ALBA Dancers auf Tour de France

Maggies Bericht von den Auftritten der ALBA Dancers bei der französischen Finalserie 2015

Welch eine Ehre – kurz nach dem Euroleague Top 4 in Madrid, bei welchem uns als Gewinner des Efes Dance Contests die europäische Bühne des Basketballs bereitgestellt wurde, ereilte uns eine Anfrage aus dem Ausland: Die französische Basketball Liga LNB wollte uns für Episode 2 und 3 der Playoff Finalserie als Showact buchen. Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und machten alles möglich, um dieses Event in unseren Zeitplan einzubauen. A propos Zeitplan…

Samstag, 13.06 Berlin – Paris – Straßburg

Tag der Anreise. Große Aufregung, Vorfreude aber auch Müdigkeit – Treffen um 5 Uhr am Flughafen Berlin Tegel.

Treffen zufällig Marco Banic am gleichen Abflugschalter, verrückt🙂

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Angekommen in Paris, wurden wir von Nicolas & Nicolas, unseren persönlichen Chauffeuren und Assistenten, empfangen und auf eine erste Probe gestellt: Sie gaben vor, nur Französisch sprechen zu können, was uns aufgrund unserer doch etwas limitierten französischen Sprachkenntnisse leicht verunsicherte. Diese Aussage entpuppte sich allerdings als kleiner Scherz, sodass spätestens nach dem Vorschlag der Beiden, zum Mittagessen das Disney Village zu besuchen, die Verunsicherung über sprachliche Barrieren der Vergangenheit angehören sollte.

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Nach einer 5-stündigen Tour mit zwei Kleinbussen nach Straßburg, dem Austragungsort von Episode 2 der Finalserie zwischen dem Straßburg IG und dem CSP Limoges, checkten wir im Hilton Hotel ein und ließen uns bei einem abendlichen Spaziergang von den süßen Gassen und Fachwerkhäusern der Stadt verzaubern.

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Eine kurze Stellprobe und Besprechung für den kommenden Tag des Spiels rundeten den Abend ab.

Sonntag, 14.06. Straßburg

Gameday – juhuu! Vor dem Anpfiff um 17 Uhr hatten wir noch ausreichend Zeit für ein ordentliches Frühstück, Vorbereitung für Makeup und Haare und ein Training auf dem Feld der Rhénus Sport Arena. Als Ice Breaker mit den französischen Fans sollte unser Fahnen Timeout dienen: diesmal allerdings mit den am Vortag im Kostümshop organisierten französischen Nationalflaggen (Keine Angst- die Flaggen werden natürlich nicht auf dem Albaparkett verwendet, da wir sie als Sperrgepäck nicht zurück transportieren wollten). Dieses und unsere restlichen Timeouts und Präsenz am Spielfeldrand bei wahnsinnigen 37 Grad kamen beim Publikum sehr gut an. Man hatte das Gefühl, dass die Fans von ihren Spielen her solche Tanzeinlagen nicht kannten, da wir beim Fototermin nach dem Spiel, bei dem der Straßburg IG als Sieger hervorging, von allen Seiten Lob und „Mercis“ bekamen – ein gelungener Auftritt also.

Und ein tolles Wiedersehen mit alten Bekannten😉

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image3 - Kopie

image4 - Kopieimage1Die verschwitzen Kalorien wurden nach dem Spiel wieder aufgefüllt in einem Restaurant, wo es Desserts umsonst zu jedem Essen gab – mal wieder ein super Vorschlag von unseren beiden Nicolas.

Montag, 15.06. Straßburg – Paris

Am Montag früh ging es zurück in die Hauptstadt, diesmal aber nicht, um nur den Flughafen zu besichtigen, sondern wir hatten zwei Tage zur freien Verfügung, denn das nächste Spiel fand erst am Donnerstag statt. Erstes Must Do: Kindheitsträume mit einem Besuch im Disneyland Paris erfüllen. Ob Star Trek Simulator oder verschiedene Achterbahnen fahren, die Parade bewundern oder Micky Maus umarmen (der ein Auge auf Toni geworfen hatte und sie gar nich mehr gehen lassen wollte), Popcorn und Zuckerwatte essen – es war wirklich wie man es sich vorgestellt hat – magic everywhere!

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Abends sind wir in unser Hotelbett gefallen, was etwas außerhalb der Stadt lag, aber mit der Metro sehr gut ans Zentrum angebunden war.

Dienstag, 16.06. Paris

Sightseeing ist auch Sport! Genau das haben wir am Dienstag zu spüren bekommen. Während sich einige auf den Weg in die vergoldeten Gemächer und Gärten von Versailles machten, haben andere einen Kilometermarsch durch das wundervolle Paris absolviert und kaum einen wichtigen Spot ausgelassen.

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Für die asiatischen Touristen waren wir wohl auch eine Attraktion – besonders Amy und Isi waren als blonde Fotomodelle für Selfies sehr gefragt. Zum Einbruch der Dunkelheit haben wir uns dann wieder alle an der Notre Dame Kathedrale getroffen und ließen uns von einer äußerst gelungenen Feuershow mitreißen – vielleicht auch mal etwas für ein Time Out? Nachdem wir dem beleuchteten Eifelturm noch Gute Nacht gesagt hatten, ging es zu später Stunde zurück in unsere Gemächer – wenn auch nicht so vergoldet wie das Versailler Schloss😉 Übrigens – die ALBA Dancers sind jetzt auch an der Pont des Arts auf einem Schloss verewigt, vielleicht findet es ja jemand bei seinem nächsten Besuch wieder?!

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Mittwoch, 17.06. Paris – Limoges

Limoges? Wo ist das eigentlich? Viel wussten wir nicht über diese Stadt, außer, dass sie den erfolgreichsten Basketballclub Frankreichs beherbergt – den CSP Limoges. Und dass die Fans natürlich sehr stolz auf ihren Club sind und sehr energiegeladen und stimmungsvoll ihre Heimspiele begleiten, was für uns natürlich von Vorteil ist, solange man die Musik noch hört. Wieder begleitet von Nicolas und Nicolas kamen wir am Nachmittag in der Hauptstadt des Department Haute-Vienne, mit immerhin 136.000 Einwohnern, an und waren sehr überrascht von ihrem südfranzösischen Charme. Nach einem kleinen Training und Besprechung für das kommende Spiel am Donnerstag, suchten wir uns ein schönes Restaurant, eine typisch französische Brasserie, um in Vany‘s Geburtstag reinzufeiern.

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Auch wenn ihr Steak nicht wie ausdrücklich bestellt „well done“ war, sondern noch ziemlich blutig, hat sie sich sehr über unsere kleinen Geschenke, die wir heimlich in Paris besorgt hatten, gefreut und wir hatten einen wirklich tollen Abend zusammen.

Donnerstag, 18.06 Limoges

Gameday again! Aber zuerst machten wir nochmal in die historische Altstadt von Limoges unsicher, die sich auf einem kleinen Berg befand und einen schönen Ausblick auf den Ort bot. Ja, man kann schon sagen, dass die ALBA Dancers keine Kulturbanausen sind – sogar die Kathedrale Saint-Etienne haben wir uns von innen angeschaut. Nachmittags sind wir dann in die berüchtigte Arena zur Stellprobe gefahren, und haben uns wie in High School Musical gefühlt – die Halle hatte was von einem High School/College Film aus den 90ern – sogar mit echtem Holzparkett.

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Das Parkett haben wir natürlich gerockt beim Spiel um 21 Uhr, bei dem diesmal Limoges gewann und es damit 2:1 für sie in der Finalserie stand. Es schien, als seien wir die Glücksbringer für die heimischen Teams, je nachdem, wo wir getanzt haben. Hoffen wir mal, dass sich die Glückssträhne bis in die nächste ALBA-Saison halten wird – wir geben unser Bestes🙂

Freitag, 19.06. Limoges – Paris – Berlin

Auch wenn wir gerne noch die zwei folgenden Spiele für die französische Liga bestritten hätten, haben wir uns schon sehr wieder auf unser Berlin gefreut. Der Weg sollte aber noch etwas dauern – direkt von der Arena fuhren wir kurz nach 0 Uhr los mit den Bussen – ab nach Paris zum Flughafen. Nach einem gemütlichen Nickerchen auf den Flughafensesseln, konnten wir um 7 Uhr einchecken und sind heil und gesund in Berlin gelandet. Diese Woche auf Tour de France war wirklich ein toller Abschluss einer tollen Saison für uns ALBA Dancers, die anscheinend auch international gut ankommen. Wir können stolz sein. Vive la France – und es lebe ALBA BERLIN!

Eure Maggie

Jenny and her Blog, Cindy aus Marzahn und vom „Lagerkolla“ bei olympischen Bedingungen.

Trainingslager 2014 – Unterwegs mit den ALBA Dancers

Freitag, der 17.10.2014, 16:30 Uhr: die unverkennbare Stimme unserer geliebten Trainerin Valle erfüllt die O2 World. „5,6,7,8!…und noch einmal!…Annie! Hör auf die Schultern zu bewegen!“.

Wir sind wieder da! Zurück im ersten Euroleaguespiel der Saison: ALBA Berlin gegen ZSKA Moskau. Doch zu unserem Bedauern, erfuhren wir kurz vor Spielbeginn, dass mit der neuen Saison, neue Regeln einhergehen. Den Einlauf unserer Spieler dürfen wir nun leider nicht mehr begleiten! Doch Kopf hoch, ein breites Lächeln aufsetzen sowie Haare, Make-up und das Röckchen nochmal richten. Das Spiel kann beginnen!

Das erste Timeout ließ nicht lange auf sich warten. Wir stürmten voller Vorfreude auf das Spielfeld. Dann der zweite Schock! Das Licht blieb an. Das hatten wir ganz vergessen. Nach ein paar starren Schrecksekunden und zaghaften Hüftschwüngen, hatten wir uns dann aber wieder gefangen, den richtigen Takt gefunden und pures Salsafeuer auf das Parkett gelegt.

Spiel

Wir haben alles gegeben um unsere Jungs zu unterstützen, doch es war leider vergebens. Wir hatten seit Langem eine Heimniederlage einstecken müssen.

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In der Kabine blieb uns aber nicht lange Zeit zum Trübsal blasen. Wieder ertönte die liebreizende Stimme unserer Trainerin: „Los! Los! Los! Alles zusammen packen und los!“. Es sollte los in unser verlängertes Wochenende gehen. Nicht aber um in der Sonne zu liegen und leckere Cocktails zu schlürfen. Nein! Auf uns warteten qualvolle, schweißtreibende aber auch lustige 4 Tage im Trainingslager in Kienbaum. Und darauf hatten wir richtig Bock!!!

Als wir gegen 00:00 Uhr in Kienbaum ankamen und endlich in unsere Betten fallen durften, konnten wir die nächsten Tage kaum erwarten.

Marie & Vanessa

Samstag…. Der erste Tag im Trainingslager:

6:20 Uhr – Der Wecker klingelt, es ist dunkel und kalt. Nach 5 Stunden Schlaf und der gestrigen Euroleague-Niederlage hat sich unsere Euphorie für‘s Training über Nacht ganz leise davon geschlichen. Aber was soll‘s, winterhart angezogen geht es zur Schwimmhalle.

Wenn man morgens um 7 Uhr eine Schwimmhalle betritt, fühlt man sich bei so viel mentaler Härte schon wie eine kleine Heldin! Doch was mussten wir feststellen? Das Brandenburger Leistungsschwimmteam besteht aus noch viel größeren Helden, denn die waren mal eben schon seit einer halben Stunde im Wasser unterwegs.

Wie dem auch sei, nach dem Umziehen und dem gegenseitigem Begutachten unserer süßen Bikinis steht erst einmal etwas auf dem Programm, das wir wirklich alle gut können: FOTOS machen!😀

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Als unsere Trainerin Valesca ein Foto geschossen hat, geht es nun ins Wasser. Mittlerweile wieder mit ein wenig Euphorie, denn schließlich ist es nicht mehr lang hin bis zum Frühstück.😛

Doch vom Essen trennen uns noch 35 Minuten schwimmen.

Nachdem die Zeit um ist, hüpfen wir alle schleunigst aus dem Wasser und gehen zum Frühstück. Alle fallen über das üppige Buffet her, alle bis auf eine. Denn Jing hat ihre Tupperbüchsen voll mit Nüssen, Leinsamen und Mandeln dabei.

Verwundert und neugierig fragt Marie: „Sag mal Jing, isst du irgendwann mal auch ungesund?“.

Jing: „Was meinst du mit ungesund?“.

Und dann ging es los…

Mary: „Na zum Beispiel so einen richtig fetten Burger?“. 

Jing nickt euphorisch: „Ja, vielleicht einen Seelachs Burger?“

Alle am Tisch: „Nein das zählt nicht!“

Marie: „Pommes?“

Jing: „Ja, aus Süßkartoffeln?“

Alle lachen: „Neeeeeein, hahahahahah!“

Isi: „Was ist mit Schokolade?“

Jing: „Ja, ich mag Schokolade.“

Marie: „Jetzt hier aber nicht so eine mit 70%-Kakaoanteil!“

Jing lächelt verlegen: „Doch, mindestens.“

Vanessa: „Und was ist mit Chips?“

Jing: „Ja, ich liebe Rote-Beete-Chips!“

Das zählte natürlich auch nicht. Zu ihrer Verteidigung ist zu sagen, dass ihr 2 Tage später nach hartem Überlege ihre Leidenschaft für Erdnussbutter einfiel.🙂

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Nach dieser Unterhaltung begeben wir uns in die Sporthalle und beginnen mit der eigentlichen Arbeit. Und zwar neue Timeouts lernen. Erfolgreich schaffen wir in zwei Einheiten drei neue Tänze. Am Abend folgt der Part, der ein Trainingslager wirklich ausmacht. Einige entspannen sich in der Sauna, andere schauen gemeinsam Fernsehen oder quatschen einfach nur, und wieder andere von uns schlummern erschöpft schon tief und fest, von Pom-Poms und Rote-Beete-Chips träumend, in ihren Betten. So klingt unser erster Tag im Trainingslager ruhig und gemütlich aus.

Liebe Grüße und noch viel Spaß beim Verfolgen unserer nächsten Trainingstage wünschen euch Isi, Sandra, Josi, Mary und Amy!❤

 

Jenny from the Block meets Cindy aus Marzahn! oder …..Der Sonntag im Trainingslager

 

Es ist 7:00 Uhr morgens und wir stehen in der Ballsporthalle 1 in Kienbaum….das ist nicht der Beginn eines fiesen quälenden Albtraumes, sondern müde Realität an Tag 3 unseres Trainingslagers! Heute gibt es einen etwas veränderten Trainingsplan, da sich der Tag komplett anders gestalten wird als die restlichen schweißtreibenden Tage!

1 Stunde bleibt Zeit, um die ersten 3/4 der neuen Choreographie in das schlaftrunkene Hirn und die lahmen Beine zu tanzen! Ok, jetzt das rechte Bein…huch, wieso bewegt sich aber mein linker Arm…und welcher Schritt kam jetzt? Und warum ist der mal wieder mit toten Fliegen bestückte Boden heute so wackelig? Nach so vielen Fragen war es auch schon Zeit für ein kurzes Frühstück! In der zweiten knappen Trainingseinheit von 9:30-10:30 Uhr arbeitete der Körper dann auch schon wie gewohnt und die Choreo konnte zu ende gebracht werden – ein neues Timeout war geboren und wartet darauf, euch präsentiert zu werden!

 

Der Grund für die sehr kurzen Trainingszeiten an diesem Tag war ein ganz besonderer Auftritt in Weimar! Wie jedes Jahr vergeht keines unserer Trainingslager ohne Heimspiel oder Auftritt zwischendurch, egal zu welchem Termin wir es ansetzen, irgendetwas schleicht sich immer dazwischen! Diesmal war es „Cindy aus Marzahn“, die uns für ihre neue Show „Schwarz-Rot-Pink“ nach Weimar einfahren ließ, wo ihr Bühnenprogramm am Abend aufgezeichnet werden sollte!

Darum stand für uns jetzt auf dem Plan, noch vor dem Mittagessen um 12:30 alles an Haaren und Make-up für diesen Auftritt vorzubereiten!

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Gesagt getan und so konnten wir am frühen Nachmittag eine unendlich lange Busfahrt nach Weimar antreten! Busfahrer Dieter fuhr den Wagen schon mal vor und unser kleiner „VIP-Shuttle“ – so stand es jedenfalls auf dem Gefährt – war bis auf den letzten Platz mit Tänzerinnen gefüllt!

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So zäh wie es bei der frühen Trainingseinheit voranging, so ging es nun auch auf den Straßen nach Weimar zu: Ferienstau und extra volle Straßen durch den Bahn-Streik schmissen unseren Zeitplan vollkommen durcheinander!

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Doch je kürzer die Abstände der aufgeregten Anrufe der TV-Show-Produzenten waren, umso näher rückten wir auch unserem Ziel. Uns empfing in Weimar ein Dutzend verantwortlicher Personen, deren sorgenvolle Gesichter nun sichtlich erleichterter aussahen – ganz so wie die Gesichter einiger Tänzerinnen nach einer zuvor eingelegten Not-Pinkelpause!

Jetzt ging es ganz schnell raus aus dem Bus – ab auf die Bühne! Fast so wie bei einem Heimspiel – plötzlich wird eine Auszeit angezeigt und los geht’s…noch war es aber nur eine kurze Probe, alle Tänzerinnen hatten Platz auf der knallpinken Bühne, der Tanz saß – zumindest beim zweiten Mal – und „Cindy aus Marzahn“ saß fröhlich vor uns und hatte ihren Spaß!

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Alle waren mit dem Durchlauf zufrieden und wir konnten uns in die Kostüme schmeißen und uns noch einmal frisch machen! Die Tore öffneten sich für das Publikum und wir hörten, wie die „Anheizer“ vor Show-Beginn die Menschenmassen schon ordentlich zum Lachen brachten! Nun kam die nette Chef-Hostess zu uns und rief „Mädels…“! Alle sprangen schon auf und wollten los, doch unser Elan wurde abrupt mit der Verkündung gestoppt, dass unser Auftritt sich fast um eine gute Stunde nach hinten verschieben sollte!

Noch ein kurzer Frisurcheck… sitzt🙂

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Also wieder entspannen und noch ein paar alte Geschichten erzählen, über die man gemeinsam lachen konnte. So verging die Zeit dann doch ganz rasch und plötzlich stand man auf „Cindy’s“ Show-Bühne vor einem super gelaunten Publikum, die uns mit Beifall überhäuften noch bevor sich überhaupt ein Pom bewegt hatte…vielleicht hat die Crew im Hintergrund aber auch nur ein Applaus-Schild hochgehalten…;-)

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Nach einem kurzen aber powervollen Tanz schritt Entertainerin „Cindy aus Marzahn“ durch unseren Spalier und fuhr mit ihrem Programm fort! Doch was hatten wir, die Alba-Dancers überhaupt mit Cindy’s Bühnenshow zu tun???? Anlass für den ganzen Auftritt war ein lustiger Bericht über ein Aufeinandertreffen der beiden Giganten Alba Berlin und „Cindy aus Marzahn“, auf den ihr euch schon einmal freuen könnt!

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Wir hatten unseren Spaß, doch konnten leider nicht länger bei Cindy bleiben oder Weimar genießen, da ein neuer vollgepackter Tag im Trainingslager schon auf uns wartete. Also hieß es Sachen packen und ab zurück nach Kienbaum! Tänzerin Jing schmetterte einen kurzen Rap in ihrem süßen Akzent hin und sorgte nochmals für ordentlich Stimmung im Bus, bei der sich keine von uns Mädels auf dem Sitz halten konnte (könnt ihr auf Instagram finden)!

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Die nächsten Stunden waren allerdings deutlich ruhiger und so verschlafen wie am morgen! Mit letzter Kraft schleppten wir uns auf unsere Zimmer und fielen geschafft aber mal wieder sehr glücklich gegen 2:00 morgens ins Bettchen!

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Rrrrriiing – eine letzte Nachricht von unserer Trainerin erreichte uns mit dem Ablaufplan für den morgigen Tag! Wenn ihr wissen wollt, was uns da erwartete, dann lest einfach weiter🙂

von Jenny

Montag 20.10.2014 Alba Dancers Trainingslager Kienbaum (Hanna und Maggie)

Da wir in der Nacht zum Montag erst kurz nach 2 Uhr von unserem TV Auftritt bei Cindy zurück nach Kienbaum gekommen sind, hat uns Coach netterweise das erste Training für Montag gestrichen- hurra! Einzige Bedingung: jeder sollte den Vormittag für eine Lauf- oder Walkingeinheit nutzen. Hanna und ich haben uns also unseren Wecker ganz entspannt auf 10.30 Uhr gestellt, um mal richtig schön auszuschlafen. Tja, leider machte uns die Putzfrau einen Strich durch die Rechnung, als sie um 8.30 „nur den Müll wechseln wollte“, dabei allerdings auch noch die Stühle beim Ausfegen hin-und herrückte und obsessiv den Wasserhahn und die Klospülung betätigte. Nun ja, nach weiteren 2 Stunden und unruhigem Halbschlaf haben wir uns dann zum Joggen aufgerafft und sind eine schöne 5,5km Strecke durch den Wald gelaufen. Unsere Cool Down Phase haben wir am Seeufer verbracht und der Ausblick auf das herannahende Gewitter hat einen Moment der Ruhe in uns aufsteigen lassen-fast romantisch.

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Erster richtiger Termin an diesem Tag war also das Mittagessen. Da wir das Frühstück ausgelassen hatten, war die doppelte Portion Hähnchenschnitzel ratzeputz verspeist, natürlich mit anschließendem Schnitzelkoma. Dieses durfte allerdings nicht zu lange andauern, da die erste Choreo-Trainingseinheit um 14.30 Uhr anstand. Nach anfänglichen Konzentrationsproblemen, die von Annie und Jenny mit einer dramatischen „Hommage an die Fliege“- Choreo bewältigt wurden

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(Sorry Annie- Jenny bleibt ungeschlagene Lord oft he Flies!), haben wir noch 2 neue Tänze von Coach beigebracht bekommen. Davon eine im Urban Style zu einer meiner Lieblingsinterpretinnen, Ciara, und eine coole Old School HipHop Nummer.

Nach diesem erneut hohen Input für den Kopf hatten alle schon wieder Hunger und wir sind zum Abendessen geeilt. Bei diesem kam mir die Frage auf, da ich jeden Tag beim Buffet ordentlich zugelangt habe und sowohl zum Mittag als auch Abendbrot nie den Gurkensalat ausgelassen habe- kann man sich eventuell in eine Gurke verwandeln?

Ich war mir nicht sicher. Sicher war ich nur, dass eine baldige Rückkehr ins belebte, dreckige Berlin mir äußerst reizvoll erschien. Den weiteren Abend haben Hanna und ich weder mit Saunabesuchen, noch Bauer sucht Frau gucken, noch TicTacToe Karaoke singen verbracht, wie einige andere, sondern einfach mit langweilig früh ins Bett gehen – wir sind ja auch schon alte Hasen und brauchen unseren Schönheitsschlaf😉

We’re out!

 

Und dann war er plötzlich da…Der letzte Tag!

Wie immer viel zu schnell, wenn man sich gerade so richtig eingelebt hat.

Klar war es auch anstrengend und man freut sich so langsam auf das eigene Bett,

aber schön war es eben auch. Mal alle auf einem Haufen,

intensiv, mehrere Tage am Stück zu erleben.

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Vor allem für uns Neue war das eine besondere Erfahrung.

Jetzt haben auch wir verstanden, was es bedeutet, Teil eines Teams zu sein.

Harte Arbeit und viel Schwei gemeinsam mit Girlpower ertragen.

Sich helfen und unterstützen um als Gruppe zu wachsen.

Wir haben gelernt, dass alle an einem Strang ziehen müssen, um am Ende eine ansehnliche Performance abliefern zu können.

Auch wenn wir nicht die Musketiere sind, die Alba Dancers stehen hinter diesem Statement!  „All for one“

In diesem Camp haben wir uns alle besser kennengelernt und sind ein Stück mehr zusammengewachsen, sodass aus unserem Team eine Einheit geworden ist.

Eine Einheit, die bereit ist zusammen durch dick und dünn zu gehen.

Aber alles hat eben ein Ende…

… und so geht es heute nach einem letzten gemeinsamen Training zurück nach Hause.

Im Gepäck : 7 neue Tänze,

wir können es kaum erwarten sie unserem Publikum zu präsentieren,

und unvergessliche Erinnerungen an

-das Trainingscamp der Alba Dancers 2014-

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Montage mit Amseln, Speck-getunkte Weisheiten und die beste Saison meines Lebens…

Es ist Montag. Ich bin wie immer spät dran also renne ich zu meinem apfelgrünen Opel Corsa, werfe meine Trainingstasche auf den Rücksitz und düse los.
„Hi, hier ist Annie“ sage ich zu dem polnischen Drive-In Mitarbeiter der sogleich meine Standardbestellung fertig macht:
Einen Cheeseburger+Bacon, ein Chilliburger ohne Jalapenos und einen Nuggetburger mit extra Mayo.
Bis ich an der Trainingshalle angekommen bin habe ich die Tüte leer gegessen. Im Radio läuft “ When a man loves a woman“ von Percy Sledge.
„Das waren noch Männer“ murmel ich mit dem letzten Bissen Cheeseburger im Mund und steige aus.
19.15 bin ich im Trainingsraum. Welches Training überhaupt. Nun ja, ich bin Cheerleaderin. Bei ALBA Berlin.
Ihr stellt euch jetzt bestimmt einen Haufen aufgekratzter Mädchen vor, die sich hüpfend über den süßen Typen aus Twilight unterhalten.
Da muss ich euch enttäuschen. Wir sind Frauen.
Polizistinnen, Archäologinnen,Psychologie-Studentinnen, Immobilien-Maklerinnen  und Abiturientinnen.
Jede hat eine andere Geschichte.
Manche sind ruhiger und überlegen stets genau was sie sagen und andere sind lauter, mit teils derbem Humor.
Aber das Verblüffenste: wir mögen uns tatsächlich.Es werden Freundschaften fürs Leben sein. Einige ziehen zusammen, andere werden Trauzeuginnen sein oder Patentanten.
Ich werde später nur Jungen bekommen und daher kein Kind nach einer meiner Teammates benennen. Aber aus Respekt habe ich die Amsel in meinem Garten nach Hanna benannt. Wir beide tanzen seit 7 Jahren zusammen in diesem Team, haben schon alle Höhen und Tiefen erlebt.
Heute sind wir aber mehr Mädchen als sonst. Denn dabei sind noch 15 Castingteilnehmerinnen, die nach der Entscheidung am kommenden Samstag gerne Teil des Teams sein möchten.
Das Training ist wie immer. Es sind 34 Grad. Warm up-Dehnung-Spagat.Wir lernen 2 Tänze für die Saison 2014/2015.
Dann tanzen wir alle Tänze durch. Hab ich erwähnt, dass es 34 Grad sind?
Ja, aber was solls. Nur die Harten kommen in den Garten. Da ich manchmal nicht so hart bin, kippt meine Stimmung leicht. Mir ist warm.
Unsere Trainerin Valesca ändert das. Sie macht einen Witz, den ich hier leider nicht wiederholen kann,irgendwas mit Weißwürsten, aber alle lachen und es geht weiter.
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Während 12 von uns das Spiel für Mittwoch vorbereiten, redet Valesca mit den „Neuen“ .
6 werden heute schon vorzeitig gehen müssen, da es leider nicht reicht. Einige werden weinen, andere werden es stillschweigend hinnehmen.
Valesca ist eine echte Berlinerin mit dem Herz auf der Zunge, aber immer ehrlich und loyal. Tugenden, die heute schwer zu finden sind.
Müde fahren wir alle nach Hause .
Mittwoch. Ich sehe im Frühstücksfernsehen bei Sat1 die Zusammenfassung von Finalspiel 2 in der o2 World. Wir haben nämlich ein Timeout mit Matthias Killing, dem Moderator und Sportkommentator, getanzt.
Er hatte bei einem unserer Auftritte im Frühstücksfernsehen eine Live-Wette gegen uns verloren und wurde nun praktisch Ehren-Hupfdole.
Er kann damit bestätigen, dass es eben mehr ist als das, nämlich anstrengend und zeitintensiv. Und das ist nur ein leichtes unserer 40 Timeouts gewesen, die wir pro Saison einstudieren.
Wir funktionieren wie ein eigenes kleines Uhrwerk.Vollkommen autark organisieren wir uns selbst. Von den Entwürfen unserer Kostüme, Training, Fotoshootings, Werbung, Auftritte, Trainingslager, Videoschnitte, Presse, Choreos bis hin zum Heimspiel läuft alles selbstständig. Und mit „wir organisieren uns “ meine ich Valesca organisiert.
Und zwar fast gruselig gut. Wir sagen immer „Gebt uns nen Zettel , nen Stift und 20 Minuten und wir werden Bundeskanzlerinnen. Wir schaffen alles. „
Aber Deutschland muss noch warten. ALBA Berlin geht vor.
Ich wette, dass jeder unterschätzt, wie viel Arbeit das ist.
Von manchen wird man belächelt. Wie schwer kann das schon sein da geschminkt im engen Kostüm aufm Feld rumstehen. Und dann noch tanzen. Die eine Minute.
Und von manchen muss man sich auch einiges anhören…damit es schön in die Schublade passt. Und wenn es nicht passt wird sich halt was ausgedacht. So Gebrüder-Grimm-mäßig.
Aber wir sind mehr. Wir sind die Show. Das Bindeglied zwischen Court und Tribüne.Wir tragen den Support bis hin aufs Feld. Das optische Glamour-Gegenstück zum sehr männlichen, schnellen und testosterongetankten Spiel. Wir repräsentieren den Spaß. Die Jungs den Kampf.
Und ja, wir sind der Pausenfüller. Aber in erster Linie Teil der „gelben Wand“ der will, dass der Gegner eins auf den Deckel kriegt.
Den Deckel-Teil mag  ich persönlich übrigens am allerliebsten.
Wie immer bin ich 5 Stunden vor dem Spiel in der Halle, mache in der Kabine den Fernseher an, packe die Kostüme in den Ankleideraum und lege 36 bunt-gefüllte Donuts, die ich vorher noch besorgt habe, auf den Cateringtisch und esse den mit den blau-gelben Streuseln.
Heute ist ein besonderer Tag.Finalspiel 4.
Ich checke die wichtigsten Dinge :
Glücksunterwäsche-check
Sekt für später-check
Kinderriegel- check
Dann kann ja nix schiefgehen. Eigentlich.
Das Spiel ist vorbei. Und damit auch das letzte Spiel der Saison.
Ich gehe in die Kabine, setze mich ins Bad und weine etwas. Ich weiß nicht genau warum, denn ich bin nicht traurig, ich bin stolz. Es läuft aber….obwohl das sonst nur bei Filmen mit Hunden in der Hauptrolle passiert.
Nicole und ich gehen danach am Potsdamer Platz etwas essen. Wir sitzen bis früh um 6 in meinem Auto und reden, weil keiner nach Hause will. Wir fahren zu ihr, frühstücken und schauen ein paar Sitcoms. „Jetzt weiß ich es…. was mich gestern gestört hat.“
Die Saison war genial, Vizemeisterschaft ist genial. Aber mein Gerechtigkeitssinn hat sich gemeldet. „Es hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen…sondern das bessere Momentum“, posaune ich weise mit Speck im Mund heraus. Nicole nickt zustimmend.
Aber wir sind beide glücklich. Und zwar aus folgendem Grund:
Ruhm berührt das Ego, ein ruhmreicher Weg berührt das Herz. Und deswegen war diese Saison so besonders. Wir haben wieder einen Herzschlag und Spieler, von denen man seinem Sohn ein Trikot kauft. Denn genau das lieben Berliner. Ehrliche und leidenschaftliche Arbeiter.
Keine Selbstdarsteller. Zusammenhalt und Identifikation. Seele halt. Menschen, die man nicht vergisst.
Und genau das ist auch bei uns wichtig. Diese Saison war für das Danceteam nicht leicht. Aber da wir genau diesen Teamspirit haben, haben wir das alles geschafft.
Und nun suchen wir Mädchen, die dazu passen.
Deswegen haben wir am gleichen Tag noch Training. Die finale Entscheidung steht an. Wer wird Samstag dabei sein, beim 1. gemeinsamen Auftritt. Im neuen Team 2014/2015.
9 sind noch da. Sie wissen es werden nicht alle genommen. Dementsprechend motiviert ist das Training. Die „Alten“ sind weniger motiviert. Das Jahr war lang. Zum Glück.
Wir dürfen früher gehen und Valesca setzt sich mit den Anwärterinnen gemütlich zusammen.
Wer dabei sein wird, erfahren selbst wir erst Samstag…
Und genau heute ist dieser Tag…
Wir stehen vor dem 40seconds, einem Club in der Berliner Mitte und warten auf den Rest. Es ist WM (Deutschland-Ghana) und CSD.
Dementsprechend verzögert sich Alles etwas. Jing erzählt mir stolz ,sie habe versucht sich die Haare wie ich zu machen. Da sie asiatisches Haar hat, sieht man davon nix, aber ich stelle mir mental Locken vor und es sieht großartig aus. Genau wie ihre praktisch nicht vorhandenen smokey eyes. Aber dafür wird es noch Workshops geben und bis zum Spurs Spiel Anfang Oktober haben wir eine asiatische Shakira deren Locken nur so hüpfen. Den Hüftschwung hat sie auf jeden Fall schon drauf.
Wir gehen in den Club und ziehen uns um. Zum 1. Mal tragen die „Neuen“ ein ALBA Kostüm. Sie strahlen.6 haben es geschafft. Damit sind wir 22.
Wir tanzen 2 neue Timeouts und werfen uns danach in Abendoutfits um gemeinsam auf die neue Saison anzustoßen und zu tanzen.
Ich sitze rechts der Gruppe, mache eine meiner berühmten Beyonce-Immitationsauftritte und setze mich danach wieder hin. Sowas ist nämlich anstrengend wenn man es gut macht.
Ich schaue mich um und bin unerwartet zufrieden. Ich habe ein großartiges Bauchgefühl. Nächstes Jahr wird der Burner, weil die Mädels um mich herum der Burner sind.
Watch out Germany, denn ich bin mir ganz sicher, das wird die beste Saison meines Lebens.
Eure Annie
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Von Akzent-Verwechslungen, Akustikproblemen und unbeschreiblicher Pokalsieg-Atmosphäre (TOP FOUR-Tag 2)

geschrieben von Vanni

Am Sonntag ging das Power-Wochenende auch schon weiter. Es gab schon am Morgen eine kleine Hürde zu meisten, denn nicht nur das Finale stand an, nein, in der Nacht von Samstag zu Sonntag wurden die Uhren um eine Stunde vorgestellt. Somit bin ich vor meinem Wecker aufgewacht, vor lauter Panik mein Handy könnte sich nicht automatisch umgestellt haben.  Nachdem Toni und Isi, die mit mir in einem Zimmer geschlafen haben, nach Uhren gesucht haben die sich vielleicht nicht automatisch umstellen, natürlich erfolglos, sind wir auf den Teletext am Fernseher gestoßen und konnten nun mit weniger Aufregung in den Tag starten.

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Um 9 Uhr ging es dann runter zum Frühstücksbuffet, wo Marie einem Münchener-Fan begegnete und uns gleich im typisch bayrischen Akzent nachmachen musste was er erzählt hat, doch Katja (die ursprünglich aus München kommt) fängt sofort an zu lachen und prustet „du sächselst“. Doch nicht nur die Akzentverwechslung war Gesprächsthema Nummer 1 sondern auch die Blumen auf dem Tisch die täuschend echt aussahen, bis Anni sie wie ein Zaubertrick kopfüber hielt und das Wasser (wie wir später erkannten, das Gel) nicht rausfloss.

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Um 11:45 Uhr war Abfahrt, schnell noch die Zimmer kontrollieren, ob auch nichts vergessen wurde und auf geht es zur ratiopharm Arena. In der Halle angekommen sollten die Mädels nur schnell ihre Sachen ablegen und gleich nach draußen gehen um nochmal alles durch zu Stellen und zu Proben. Damit sie es einfacher haben nachher ihre Kostüme zusammen zu sammeln, sortieren Marry und Ich die diese schon mal vor.

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Bei der Stellprobe ging so einiges schief. Das Timing stimmte an vielen Stellen nicht und die Schritte saßen nicht so gut wie am Vortag. Aber wie sagt man so schön, wenn die Generalprobe schief geht, wird der Auftritt umso besser. Das Spiel, so wie auch die Kabine, teilen sich die Tänzerinnen mit den Ratiopharm Ulm Dancers. Dementsprechend chaotisch sieht die Kabine auch aus. Jeder war müde und gestresst da die Organisation des Ablaufes des Spieles sich ständig änderte. Doch kurz vor Beginn stand alles, die Haare waren fertig und die Mädels sahen toll aus. Ein letzter Taschencheck. Hat jeder seinen Rock eingepackt oder das Unterziehhöschen nicht vergessen. Nein alles ist dabei.

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Der erste Eindruck der Halle hat sich nochmal verändert. Unglaublich die orangekleideten Fans von Ulm wirken wie eine Wand und nur in einer Ecke, die standhaften Albafans, welche sich ein wahnsinns Anfeuerungsduell für Ihre Teams lieferten. Der Pokal wird vorgestellt und die Teams laufen aufs Feld. Die ersten Minuten des Spieles laufen und man erkennt schon jetzt, dass es für Alba kein leichtes Spiel werden wird. Gerade die Ulmer-Fans wissen wie sie ihr Team motivieren können. Schon kam die erste Auszeit, die von Alba genommen wurde und die Fans von Ulm fangen mit lautem Fangesang an, da ihr Team im Moment vorne liegt. Der Gesang ist so laut, dass er die ganze Halle erfüllt, doch das ist ein Riesenproblem für die Mädels auf dem Feld. Sie hören die Musik am Anfang nicht, kommen aber sehr gut wieder rein. Nun heißt es für mich schnell die Tür aufmachen damit die Tänzerinnen aus der Halle laufen können um sich umzuziehen.

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Das Spiel ist ein Hin und Her. Kein Team schenkt dem anderem die Punkte. Erst jubeln die Ulmer-Fans und im nächsten Moment wieder die Albafans. Da wir in der Ecke von den Münchener-Fans standen, wollten diese ab und zu ein Foto mit den Alba Dancers haben. Colle und Jenny nutzten gleich diesen Kontakt um mehr Fans für Alba zu gewinnen, „du bekommst ein Foto wenn du für Alba klatscht :)“.

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Der Halbzeitpfiff ertönt und Alba führt mit einem Punkt. Am liebsten hätte ich es, wenn das Spiel jetzt schon vorbei wäre. Durch die grölenden Fans aus Ulm hat man das Gefühl ständig mit 20 Punkten zurück zu liegen. Für die Mädels heißt es nun wieder in die Kabine zurück und umziehen. Natürlich muss das Spiel und der Auftritt analysiert werden. Die Hauptfrage: „Warum waren die Ulmer-Fans so laut, dass man die Musik nicht mehr hören konnte. Meine Theorie, die Albafahnen mit denen getanzt wurde, haben sie als Angriff gewertet und wollten das Gegenteil beweisen. Annis Theorie hingegen: Da Alba zurück lag und das Timeout nehmen musste, zeigt Schwäche und dies wurde gefeiert. Was sie wirklich dazu gebracht hat werden wir nie erfahren, doch in der nächsten Auszeit, in der die Mädels tanzen, passiert das gleiche nochmal. Problem hierbei, sie kamen gar nicht mehr richtig rein. Ich wusste genau wie sich alle schon auf dem Feld darüber ärgern. Abhaken und weitermachen war jetzt die Devise, dennoch bekommen sie gleich wieder positives Feedback von den Münchener-Fans, wie toll doch alle tanzen und warum sie nicht öfter tanzen, sie wollen mehr sehen.

Das Spiel ist immer noch total spannend, jedoch führen wir nun mit 10 Punkten, der Sieg ist zum Greifen nah. Die letzten Sekunden 3..2..1.. JAAAAAAAA, die Jungs haben tatsächlich den Pokal wieder nach Hause geholt! Ich schummle mich schnell mit der Videokamera, mit der ich mich das ganze Wochenende anfreunden durfte, auf das Parkett  zwischen den ganzen Fotographen. Da das Highlight auf der Kamera natürlich nicht fehlen darf. Wie stolz ich doch auf alle bin. Beim runter Gehen kam mir auch noch prompt der Alba-Trainer entgegen den ich natürlich gleich mit meinen Glückwünschen überhäufte.

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Kaum in der Kabine angekommen, merkt man sofort wie das Wochenende alle geschlaucht hat, alle waren ruhig und genossen den Moment der Stille, nur im Hintergrund hört man die Alba-Fans, die draußen feiern. Als wir alle zum Bus wollten um unsere Sachen reinzuschmeißen, war etwas eigenartig, warum stehen die Fans vor unserem Bus? Der Bus hatte sich in einen Bierstand mit Freibier für alle verwandelt. Sie feiern alle den Sieg, die Albaspieler kamen und alle fangen zu singen an, zu hüpfen und zu grölen. Diese Atmosphäre ist unbeschreiblich, von vielen Fans kamen sogar Glückwünsche und Bewunderung für uns. Wir drehen uns nur von rechts nach links, da immer neue Leute Fotos mit uns machen wollen. Doch das Highlight ist das Foto mit Akeem Vargas, er wollte ein Foto ohne Pokal machen, doch einen Albaspieler ohne Pokal auf dem Bild das geht ja gar nicht und er holte ihn extra für uns.

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Als die Jungs dann losgefahren sind, holten sich noch ein paar Fans ein letztes Bier an unserem Bus und dann geht es auch schon los, zurück in die Hauptstadt. Der Magen von uns allen knurrt und der Busfahrer wird von uns genötigt beim nächsten Mc Donalds zu halten. Um nicht noch später zuhause anzukommen, wurde es eine Powerbestellung, denn gegessen wird im Bus. Natürlich fällt es auf wenn 15 Mädels mit gleichen Klamotten aus dem Bus steigen und Toni wurde prompt gefragt, was wir denn für eine Truppe sind. Mit ihrer Antwort: „Wir sind die Alba Dancers von dem Basketballteam Alba Berlin und sind auch auf Facebook, wenn Sie mehr wissen wollen müssen sie die Seite nur liken“, promotet sie uns gleich und alle fangen an zu lachen. Im Bus angekommen kehrt erst mal Ruhe ein und man hört nur das genüssliche schmatzen und knistern der Tüten. Um 2:15 Uhr kommen wir an der O2 World an und jeder versucht schnell nachhause zu kommen, denn für alle ruft am nächsten Tag wieder die Pflicht.

Vanny

Von wegen „abergläubischer Unfug“! (TOP FOUR-Tag 1)

geschrieben von Toni & Isi

4:45 Uhr – 4°C – O2-World Berlin – ALBA Berlin schläft nie. Zumindest nicht in dieser Nacht. Denn es geht los nach Ulm zum Top 4. Uns begleiten vier weitere Busse mit tobenden Fans auf unserer achtstündigen Reise gen Süden. Aber die Sterne stehen gut, wie uns die Klatschzeitschriften während der Fahrt verraten: Glückstage für Skorpion (Tänzerin Jenny) und Stier (Tänzerinnen Tini, Katja, Toni und Mary) fallen auf dieses Wochenende. Kann da noch was schief gehen?

Nach einer langen Fahrt und drei Pausen, um uns die Beine zu vertreten, kommen wir schließlich in der Ratiopharm Arena in Ulm an. Die Halle ist ca. halb so groß wie unser zweites Zuhause – die O2 World. So haben hier etwa 6.500 enthusiastische Fans aus Ulm, Bamberg, München und Berlin genügend Platz, um ihre Teams zu supporten.

Doch nicht nur Fans der verschiedenen Teams sitzen dicht aneinander, sondern auch die Cheerleader. So teilen wir uns eine Umkleidekabine mit den Rathiopharm Ulm Dancers. 35 Tänzerinnen, riesige Taschen, über 130 Kostümteile und insgesamt zu wenig Platz führen zu einem riesigen Chaos.

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Trotz alledem schaffen wir es, uns fertig zu machen und pünktlich zum Spielbeginn, auf dem Feld zu sein. Die ganze Halle ist am kochen. Nicht nur ALBA Fans supporten unsere Jungs während des Spiels gegen Bamberg, sondern auch der Ulmer Fanblock ist voll dabei. Das Spiel läuft super: ALBA führt fast durchgängig und auch unsere Timeouts klappen wie geplant.

Es ist ein wahnsinniges Gefühl, vor diesem Publikum auftreten zu dürfen: Alle jubeln uns zu und sind völlig aus dem Häusschen. Zwischendurch kommen Ulmer Fans zu uns, um uns zu sagen, dass wir das super gemacht haben und „rattenscharf“ sind ;D

Nach knapp zwei Stunden Spielzeit und viermaligem umziehen unsererseits, gewinnt ALBA schließlich 83:67 gegen Bamberg und zieht damit ins Finale am nächsten Tag ein. Unsere Horoskope hatten also Recht! Da soll uns nochmal jemand sagen, so etwas ist Quatsch.

Mit einem erschöpften aber glücklichem Gefühl verlassen wir das Spielfeld. Nach einer kurzen Stärkung in der Umkleide und selbstverständlich umgezogen in gelben T-Shirts, setzen wir uns in den ALBA Fanblock, um uns das Spiel Ulm – Bayern anzusehen.

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Es ist wirklich erstaunlich wie extrem laut die Ulmer Fans ihr Team bejubeln. Dazu haben sie aber auch jeden Grund, denn Ratiopharm Ulm schlägt Bayern 69:90 ! Eine starke Leistung. Uns ist eins klar: das wird morgen kein Zuckerschlecken für unsere Albatrosse.

Der restliche Abend vergeht wie im Flug: ca. 22:30 Uhr kommen wir im Hotel an. Die Zimmerschlüssel werden verteilt und alle wollen vor lauter Müdigkeit schnellstmöglich ihre Zimmer beziehen. Es dauert eine Weile bis unsere Zimmergenossin Vanny und wir (Toni und Isi) auch einen Platz im Fahrstuhl ergattern können. Aber das warten hat sich gelohnt. Wer hätte das gedacht? An einem Samstag Abend, irgendwo in Ulm treffen wir Michaela Schäfer, welche auch noch zu uns in den Fahrstuhl steigt. Zu gerne hätten wir ein Foto mit ihr gemacht, aber bis uns der Gedanke kam, waren wir leider schon in unserem Stockwerk angekommen.

Im Hotelzimmer geht nun alles sehr schnell: duschen, abschminken und rein in die Pyjamas. Im Bett quasseln wir noch über die heutigen Ereignisse und den bevorstehenden morgigen Tag. Toni macht das Licht aus und schneller als du „Wackelpudding“ sagen kannst, fallen wir drei Dancers in einen gefühlten hundertjährigen Tiefschlaf.

Toni & Isi

Von Autotasten, Abschiedstränen und amtierenden Meistern …

Road Trip nach Kiel (geschrieben von Sandra)

marcusAm Freitag waren wir für einen externen Auftritt beim Handballverein THW Kiel gebucht. Die Veranstaltung lief unter dem Motto „Farväl Marcus“. Verabschiedet wurde der langjährige Kapitän des Teams, Marcus Ahlm. Zwei Spiele waren geplant, ein Testspiel THW Kiel vs. Dänischen Meister Aalborg Handbold und das Abschiedsspiel THW Kiel vs. All-Star-Team-Marcus.

9.45Uhr trafen wir uns vor dem Alba Trainingszentrum um dort in den gemieteten Wagen zu steigen. Leider mussten wir feststellen, dass das Auto nicht nur überaus schmutzig war, dazu kam, die Steckdose funktionierte nicht. Also, neun Frauen in einem Auto ohne Strom und somit ohne Navi. Aber zum Glück leben wir im 21. Jahrhundert und das Smartphone ist erfunden. Also starrten immer vier auf ihre Telefone und gaben öfter durcheinander Anweisungen, was nur ein- oder zweimal in einem „Ah, jetzt haben wir die richtige Abfahrt verpasst“ oder „Ich glaube wir sind eine zu früh runter“ führte.

Ich hielt mich besser raus, denn ich war einer der  „Nicht-Führerscheinbesitzer“ in dieser Gruppe.

Also saß ich gemütlich ganz hinten direkt zwischen Amy und Isi.

Da mir in allem übel wird, was sich mit mir länger als 20min fortbewegt, egal ob es schwimmt, fährt oder fliegt –kurz ich bin reisekrank- hatte ich eine Reisetablette eingenommen. Eigentlich finde ich sollten sie Schlaftabletten heißen, denn sie führen zu leicht komatösen Zuständen. Ab und zu machte ich die Augen auf um im Halbschlaf an hitzigen Diskussionen über Cola Light und Schoko-Bons teilzunehmen oder Tini beim Schminken von Jenny zu beobachten.

tini schminktGegen 12.30Uhr bekam ich im Halbschlaf mit wie Annie eine Anleitung vorlas, und zwar die für das Auto. Anscheinend konnte man das Auto nur bis 120km/h beschleunigen, womit wir vermutlich heute noch nicht in Kiel angekommen wären. Ich dachte nur „ Na toll, in diesem Auto funktioniert wirklich nichts!“. Nicht einmal Markus konnte uns helfen, nein nicht Marcus der Handballspieler, sondern Markus von der Autovermietung, den wir verzweifelt angerufen hatten. Nach vielem rumprobieren und 18 verschiedenen Tastenkombinationen später kam Annie auf die Idee, dass man den „ECO“-Knopf drücken könnte. Natürlich,wie kann man diese winzige schwarze Taste übersehen, weiß doch jeder, dass man erst „ECO“ drücken muss.Opel Insignia Nun konnte es endlich richtig losgehen und mit „nichts funktioniert“ hatte ich nicht ganz recht, denn tatsächlich funktionierte wenigstens das Radio!!! So bretterten wir zu Songs wie „Can’t hold us“ und „Lady Marmelade“ mit 180km/h über die Autobahn Richtung Kiel.

Auf den letzten Kilometern präsentierte Tini und noch eine kleine Diashow über das anstehende Spiel, die Mannschaft und natürlich über den Spieler des Tages – Marcus Ahlm.

14.30Uhr kamen wir an der Sparkassen Arena Kiel an, wurden freundlich empfangen und in eine sehr geräumige Kabine geführt. Leider gab es in dieser Kabine genau eine Steckdose und genau keinen Spiegel. Zwar sind wir alle absolute Naturschönheiten, jedoch so ganz ohne Schminken und Frisieren  geht’s nun doch nicht.

Schnell wurde sich von den Mitarbeitern darum gekümmert, während wir schon mal zustellprobe Durchlaufprobe gingen. In dieser stellten wir unsere Tanzblöcke noch einmal durch und unsere Positionen für die geplanten Timeout-Aktionen wurden uns erklärt. Jenny wurde für die Dance-Cam ausgewählt und ich für die Kiss-Cam und die Schunkel-Cam ausgesucht. Als die Probe vorbei war, hatten sich auch Spiegel, Steckdosen und Essen in unserer Kabine eingefunden. Um das Spiel so schön wie möglich zu gestalten hatten wir für diesen Tag 4 Tanzblöcke vorbereitet und für jeden Block ein extra Kostüm.

Kurz bevor das erste Spiel begann, hatten wir sogar noch Zeit ein Foto mit dem Star des Abends zu machen.Foto Als dieser danach ein Interview vor einer Kamera geben wollte, musste Jenny dummerweise feststellen, dass sich wohl ihr Fransenrock in Marcus Jackett verfangen hatte. Sie zog  und firmelte,  Marcus merkte es nicht oder überspielte es gekonnt und  gab ganz souverän sein Interview. Nachdem Jenny sich entknotet hatte, hieß es raus in die Halle an den Feldrand und auftrittsbereit sein.

Bestimmt kennt jeder diesen Moment, indem man eine Person kennenlernt und denkt, das Gesicht hätte man schon mal irgendwo gesehen. So ging es uns bei dem THW Maskottchen Hein Daddel, den wir in unsere Fahnenchoreografie eingebaut hatten. Bei der Hälfte des Spiels fiel es den meisten von uns wie Schuppen von den Augen. Nur ich brauchte etwas länger, trotz den Erklärungsversuchen der anderen.

Die anderen: Na der aus der Sparkassenwerbung mit der Mutter!

Ich: Hm, ach ja, bei diesem Fußballspiel?

Die anderen: Neeein! Das ist hier gewesen, in dieser Arena.

Ich: Achso, dieser Spieler?!

Die anderen:  Nein, das Maskottchen, das Zebra.

hein daddel

Nachdem mir Valesca den Werbespot auf ihrem Handy gezeigt hatte, wusste auch ich worum es geht.

http://www.youtube.com/watch?v=ZcuN6a6Xlwg

Die Halle war komplett ausverkauft, fast 11.000 Zuschauer.

Ich muss schon sagen, der Aufwand, der für Marcus Ahlm betrieben wurde, hat mich wirklich sehr beeindruckt. Nicht nur die vielen Zuschauer, sondern auch die vielen Gastspieler, welche extra zu Marcus Ahlms Ehren in Kiel angereist waren, um mit ihm ein letztes Spiel zu bestreiten. Stell sich einer mal vor, wir würden diese Saison für jeden unserer gegangenen Spieler so etwas planen.😉 Aber dazu muss man sagen, er spielte ganze 10 Jahre für diese Mannschaft.

Selten erlebt man so eine großartige Atmosphäre, wie wir es beim THW KIEL getan haben. Kurz bevor wir das erste Mal anmoderiert wurden, waren wir wirklich sehr aufgeregt.

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Es war Marcus´ letztes Spiel, jedoch unser erstes in dieser Saison. Letztendlich lief fast alles gut. Viele der Zuschauer kamen in der Pause und nach dem Spiel auf uns zu und lobten unsere Auftritte. Einer lud mich sogar in die Oper ein. Als ich unserer Trainerin Valesca in der Umkleide davon erzählte, kam Vanessa rein und berichtete –dreimal dürft ihr raten- dass sie soeben in die Oper eingeladen wurde. Möglicherweise ist es in Kiel ja Tradition oder reine Höflichkeit jeden in die Oper einzuladen.

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Nach dem letzten Spiel hieß es natürlich nicht auf in die Oper, sondern auf den schnellsten Weg nach Berlin. Also ging es wieder in das überaus unbeliebte  Auto und zu I would do anything for love fuhren wir gerührt und noch völlig überwältigt von diesem ereignisreichen Tag Richtung Heimat.

Gegen 2uhr erreichten wir den Alexanderplatz und ich war in übereifriger Vorfreude auf mein Bett.

Aber ha! Zu früh gefreut, denn wie könnte es anders sein, als das am Wochenende in der Hauptstadt Pendelverkehr bei der S-Bahn herrscht. Ich könnte schwören so etwas gibt es in kleinen Städten wie Kiel nicht, da ist man ja in 10 Minuten durch. Fluchen und die Bahn verwünschen, es half alles nichts. Kurzum beschloss ich den Road Trip in einem Taxi fortzusetzen. Ich erwischte einen sehr freundlichen Taxifahrer, dem ich vom Handball in Kiel erzählte. Und er wusste sofort worum es geht:

„Ach ja der THW Kiel nicht? Das ist wirklich ein sehr guter Handballverein, definitiv einer der besten!“

Da war ich sehr zufrieden und auch ein klein bisschen stolz, bei so einem tollen Event dabei gewesen zu sein. Gut gelaunt und völlig fertig fiel ich zu Hause in mein Bett und freute mich schon auf unsere ersten Heimspiele bei Alba Berlin🙂

Eure Sandra

www.facebook.com/albadancers

Die ALBA Dancers beim EFES Dance Square Off Finale 2013

am Flughafen TegelHallo allerseits,

vor 40 Jahren schickte Mr. Bond „Liebesgrüße aus Moskau“, nun schicken die Alba Dancers 2013 Tanz- und Dankesgrüße aus Russlands Hauptstadt. Die erste Version dieses Blog-Eintrages kam in Romanlänge daher und würde sich sicher auch als Drehbuch eignen. Den Roman dazu werde ich wohl lieber ein anderes Mal verfassen und euch heute nur ein paar Auszüge präsentieren, wie ich den EFES Dance Contest in Moskau mit den Alba Dancers erlebt habe.

Ich bin übrigens Nicole, auch Colle genannt, und durfte mit elf weiteren Damen aus dem Team der Alba Dancers drei unvergessliche Tage erleben.

Während das große Finale der Basketball-Euroleague im Mai in London stattfinden wird, gab es für die europäischen Danceteams das Final Four bereits Anfang April in Moskau. Der Gewinner dieses Wettbewerbes sollte als das offizielle Danceteam während des Euroleague-Finales in London auftreten, wenn die beste Basketballmannschaft Europas gekürt wird. Wir, die Alba Dancers, konnten uns für einen der heißbegehrten vier Plätze bei diesem europaweiten Contest qualifizieren. Ebenfalls startete das kroatische Team Cedevita Zagreb, das russische Team Lokomotiv Kuban und die automatisch qualifizierten Gewinner des vergangenen Jahres Zalgiris Kaunas aus Litauen. Das vorzuzeigende Programm bestand aus zwei Choreographien à 2 Minuten und allerlei Vorgaben an akrobatischen Elementen, Formationen, Stilrichtungen usw. Zuvor musste von uns aber auch noch das großartige Pokalspiel in Berlin unterstützt werden, welches Alba Berlin mit einem Sieg bekrönte und uns zahlreiche stolze Freudentränen bescherte (s. Tinis/Hannas-Blog). Viel Zeit zum Jubeln blieb allerdings nicht, denn der Auftritt in Moskau näherte sich mit rasanter Geschwindigkeit. Mit Hilfe von Zusatztrainingszeiten, die auch mal an die sechs Stunden gehen konnten, hatten wir doch letztlich alles fertig einstudiert. Das Programm stand, die Tänze saßen, die letzten Kostümteile erreichten uns einen Tag vor Abflug und bei der Generalprobe am selbigen Tag schien natürlich nichts mehr funktionieren zu wollen…In Gedanken an die ungepackte Reisetasche verloren, ging es am Mittwoch, dem 03. April, nach dem letzten Training nur noch schnell nach Hause. Ich arbeitete unsere „Pack-Liste“ ab und kontrollierte mindestens fünfmal, ob auch wirklich alles an Kostümen, Poms, Equipment, Styling-Zeug usw. in der Tasche steckte – was mich nicht daran hinderte, doch eine Trainingsjacke zu vergessen🙂 Zu bereits später Stunde ließ ich mich erschöpft aber bereits in voller Vorfreude auf die kommenden Tage ins Bett fallen.

Donnerstag, 04. April – Goodbye Berlin, Hello Moskau

Am nächsten Morgen war es soweit: auf zum EFES Dance Contest in Moskau!!!!!! Gegen 11 Uhr baute sich am Flughafen Tegel allmählich ein Haufen aus pinken Jacken und großen schwarzen Taschen auf – alle zwölf Tänzerinnen und unser Coach waren versammelt und bereit für den Abflug. Die Wartezeit am Flughafen verkürzten wir uns mit dem frisch gedruckten Zeitungsartikel über unseren morgigen Auftritt, der unsere Vorfreude nur noch mehr anheizte. Das Gepäck war abgegeben, ebenfalls unser Sperrgepäck, das aus Klappstühlen und Fahnen bestand und Teil unserer Choreographien war. Jetzt hieß es nur noch hoffen, dass alles auch in Moskau wieder heil ankommt, ganz zu schweigen von uns…

Landung in Moskau

Nach ungefähr drei Stunden Flug tauschten wir Deutschlands wunderschöne Hauptstadt gegen Russlands (die Berlin leider keine Konkurrenz machen kann). Der Flug verlief reibungslos, nur während Essen und Trinken ausgegeben wurde, musste es natürlich ordentlich Turbulenzen geben. Das Erfrischungsgetränk wurde so zum Gesichtswasser, konnte wohl aber unseren müden Gesichtern nicht schaden. Spätestens bei der Landung waren alle wieder hellwach, anscheinend auch der Pilot, der doch noch die Bremse fand.

Hotelzimmer

Kaum zu glauben, wir waren in Moskau, hatten all unser Gepäck und würden schon morgen an einem riesigen Event teilnehmen. Am Flughafen wurden wir von unserer sehr lieben und hilfsbereiten Betreuerin Cathrine empfangen, die schon mit einem „Alba Dancers“-Schild auf uns wartete und uns zum Bus führte. Nach einer 30-minütigen Busfahrt durch das schneebedeckte Moskau und der Erkenntnis, dass sich Autowaschen hier wohl nicht lohne (so waren alle Autos in einem einheitlichen Matsch-Grau-Braun-Ton gefärbt), erreichten wir unser Hotel. Dieses mischte sich in Form eines Hochhauses unter all die anderen in die Höhe sprießenden Gebäude, hielt für uns Tänzerinnen aber komfortable Doppelzimmer bereit. Auf dem Hotelflur trafen wir einige Minuten nach Ankunft die Tänzerinnen des kroatischen Teams, die auch gerade ihre Zimmer bezogen. In all den fiesen Cheerleading-Filmen hätte man sich natürlich bereits jetzt in Stücke zerfetzt, aber in Realität grüßt man sich lieb und freut sich darauf zu sehen, was die anderen Teams vorbereitet haben. Mit letzter Kraft ging es am Abend noch gemeinsam zu einem gemütlichen Restaurant, um den Bauch zu füllen und bei lustigen Gesprächen zu entspannen. Gegen 01:00 Uhr Ortszeit konnte ich dann endlich ins Bett fallen, nachdem meine Mitbewohnerin Vany und ich noch unsere Taschen für den großen morgigen Tag gepackt hatten und das nun eingetroffene russischen Team im Hotelgang bei einer Runde Karten und dem landestypischen Getränk antrafen. Fix und fertig im Bett liegend, hörten Vany und ich zum Einschlafen die beiden Auftritts-Songs, wobei Arme und Füße synchron zum Takt zuckten🙂 Die Choreo war noch im Kopf! Doch leider nun auch wieder etwas Aufregung.

Freitag, 05. April – Sightseeing am Vormittag

Moskau Metro

Eine Stunde vor dem Weckerklingeln, es war genau 05:07 morgens (03:07 deutsche Zeit), war ich plötzlich wach! An Einschlafen war nicht mehr zu denken. So startete ich den Tag, wie ich ihn gestern beendete – ich ging im Kopf erneut die Tänze durch…sitzt! Um 7 Uhr hieß es frühstücken. Die Stimmung bei uns war sehr locker und entspannt und die riesige Buffet-Auswahl hielt für jede Tänzerin etwas bereit.

Der Fokus für den heutigen Tag lag natürlich komplett auf dem Wettkampf am Abend. Bis zur ersten Probezeit vor Ort hatte wir allerdings gute 3 Stunden, die wir für „Speed-Sightseeing“ nutzen wollten. Wenn wir schon in Moskau waren, dann mussten wir auch mindestens eine Sehenswürdigkeit als besucht abhaken können. Mit der Metro sollte es schnell zum Roten Platz gehen, um einmal vor der wunderschönen Basilius-Kathedrale zu posieren. Als Bewohner einer Großstadt wie Berlin sollte dies kein allzu großes Unterfangen werden – doch Moskau hielt einige Überraschungen bereit. Der Ticket-Kauf für die U-Bahn gestaltete sich aufgrund unserer brockenhaften Russisch-Kenntnisse und der Verweigerung des Englischen in ganz Russlands, zu einem Theaterstück in 3 Akten, samt Basilius-Kathedralewilder Mimik, dramatischer Gestik und einem exotischen Sprachmix. Die Zeit lief uns davon und die wartenden Einheimischen in der Schlange hinter uns ebenfalls – jedoch ganz ohne Pöbelei, die man vielleicht andern Orts empfangen hätte (vielleicht sparten sie sich das auch einfach, weil sie wusste, dass wir eh nix verstehen). Irgendwie schafften wir es dann doch Fahrkarten zu ergattern und ließen uns mit dem Menschenstrom auf den überfüllten Bahnhof treiben. Da rauschte auch schon unser Zug an. Alle Tänzerinnen huschten in die Bahn und die Türen schnippten ohne Vorwarnung zu wie eine Guillotine! Alle Tänzerinnen? Nein, unsere Rita schaute uns plötzlich nur noch von draußen durch die etwas trübe Glasscheibe verdutzt an und verschwand zwischen den Menschenmassen, während die Bahn zur nächsten Haltestelle raste…Dank Handy konnten wir die Situation klären und Rita wieder an der nächsten Station einsammeln.

Am Roten Platz angekommen wurde fotografiert, was Handys und Kameras hergaben, schnell noch ein Teamfoto gestellt und dann wieder zurück zum Hotel. Unser Speed-Sightseeing war sehr lustig und brachte uns alle vor dem großen Auftritt nochmal auf andere Gedanken.

Freitag, 05.April –  Let us entertain you

Bühne (2)

Pünktlich um 11 Uhr ging es mit dem Shuttlebus vom Hotel Richtung Wettkampf. Auf der Fahrt lachten wir noch einmal über unsere Erlebnisse am Vormittag, nichtsdestotrotz machte sich allmählich bei einigen die Aufregung breit. Als der Bus schließlich vor dem Eingang des Austragungsortes hielt, einem großen und bekannten Moskauer Club, sprang mein Herz erneut etwas höher. Der Eingang wurde mit großen Werbebannern für den Contest verziert und von Plakaten lächelte mir mein eigenes Ich entgegen. Das war soooooo eine große Ehre für mich und ich war mächtig stolz, dass dadurch die Alba Dancers quasi gleich schon am Eingang alle Besucher begrüßen würden – gut so🙂 Euphorisch quietschend stürmten wir aus dem Bus, machten schnell noch ein Foto und hinein in die heiligen Hallen. Der erste Eindruck war bereits überwältigend und sorgte für Gänsehaut: ein riesiger, entsprechend für den Contest dekorierter Saal mit einer gewaltigen Discokugel an der Decke, einer Beleuchtung vom Feinsten und eine niederschmetternde Soundanlage ließ uns alle mit halboffenem Mund und rasendem Herz dem Mann (oder war es eine Frau? – ich kann mich nicht mehr erinnern, da mich alle anderen Eindrücke so ablenkten) in unsere Umkleidekabine folgen. Die Location wirkte sehr edel und ließ die Vorfreude wachsen. Während einem alles bisher überdimensional riesig erschien, schauten wir nun in ein überdimensional winziges Umkleideräumchen und wir sehnten uns einen kurzen Moment nach unserer Heimkabine in Berlin…aber mit all unserer Stapelkunst konnten wir uns natürlich auch damit arrangieren. Kurz nach Ankunft ging es auch schon sofort auf die Bühne zur Stellprobe, für die wir eine Stunde Zeit bekamen. Die Durchgänge waren ganz ok – aber noch nicht wirklich komplett das, was wir leisten konnten. Ich merkte, dass ich hier und da noch nicht ganz zufrieden mit mir war und nahm dies umso mehr zum Ansporn, alles zu geben.

Bühne

Nach unserer Stellprobe hieß es viel Geduld mitbringen. Der große Wettbewerb fing erst 20 Uhr Ortszeit an und wir waren mit unserem Probedurchgang um 13 Uhr fertig. Jeder begann sich wie gewohnt zurecht zu machen: Haare aufdrehen, schminken etc. Es fühlte sich fast wie vor einem Heimspiel in Berlin an – man freut sich sehr darauf, ist aber relativ gelassen. Ich war froh, die Aufregung noch nicht zu spüren und alles genießen zu können! Das ist eben auch einer der großen Vorteile, wenn man mit so einer tollen Mädels-Truppe tanzt – man hat stets die anderen um sich herum, die ähnlich fühlen, man gibt sich gegenseitig Halt, hilft und lenkt einander ab und teilt die große Freude auf das Bevorstehende. Währenddessen kümmerte sich unsere Trainerin Valesca um sämtliche organisatorische Sachen und ließ alles für uns so arrangieren, dass es uns an nichts fehlte, wie eine Mehrfachsteckdose für all die Heizwickler🙂 Nur dem permanenten Zigarettenrauch der anscheinend zu Schornsteinen mutierten anderen Danceteams konnte man nicht entkommen!

vor dem Auftritt (2)

Die Zeit schien nicht vergehen zu wollen und doch war es irgendwann endlich 16 Uhr, womit die Generalprobe mit allen vier Teams – Alba Dancers, Cedevita Zagreb, Lokomotiv Kuban, Zalgiris Kaunas – begann. Dem Klischee entsprechend war natürlich das deutsche Team pünktlich als erstes vor der Bühne, doch auch die restlichen drei folgten bald. Auf russisch und englisch wurden wir kurz begrüßt und der weitere Ablauf erklärt. Zuerst wurde die Teamvorstellung geprobt, zu der wir kurzer Hand nach dem Durchlauf einen Plan B entwickeln mussten. Das Problem lag darin, dass wir etwas zu unserem Einspiel-Video performen sollten, aber uns diese Info so vorher nicht erreicht hatte. Darum verwandelten wir unser „Nett-auf-der-Bühne-stehen“-Programm aus der Probe in eine kleine spontan zusammengestellte Tanz-Performance beim Live-Auftritt. Hat alles wunderbar funktioniert und wir haben uns einfach nichts anmerken lassen🙂 Während der Generalprobe konnten wir die Tänze der anderen Teams erstmals verfolgen. Das hinterließ natürlich ganz schön Eindruck bei uns, es waren ja schließlich die vier auserwählten Danceteams aus ganz Europa…Anschließend bewies unser Coach mal wieder ihr Motivationstalent und machte uns allen nochmal Mut.

18 Uhr Ortszeit – die letzten zwei Stunden vor dem Auftritt!

vor dem Auftritt (3)

Jede Tänzerin traf nun die letzten Vorbereitungen und machte sich für den Auftritt warm. Ich ging ein letztes Mal für mich die Tanzschritte durch, um die steigende Anspannung etwas zu lockern. Allerdings ließ mich mein Magen spüren, dass sie doch noch vorhanden war. Man kann kaum beschreiben, wie die letzten Minuten vor so einem großen, wichtigen Event verlaufen, meist nimmt man sie selber gar nicht mehr richtig wahr. Vollste Konzentration war gefragt und alle Kostüme und Accessoires mussten an Ort und Stelle sein. Unsere beiden Tänze benötigten viele Extra-Ausstattungen wie Stühle, Fahnen, Handschuhe, Anzüge usw. neben den verschiedenen Kostümen. Jeder musste dementsprechend genau wissen, wann wer was braucht und was wo auf der Bühne platziert werden musste. Ich hatte in diesem Punkt nie Bedenken, dass etwas schief gehen würde: wir tanzen nicht nur als Team, sondern sind auch wirklich darüber hinaus ein solches und können einander vertrauen!

Fotoshooting mit Publikum

Schon ging es los! Die Intro-Musik ertönte und der Moderator hielt seine Ansprache auf russisch. Da wir bei der Teampräsentation alphabetisch starteten, waren die Alba Dancers zuerst an der Reihe. Auf dem Gang hinter der Bühne lauschten wir gespannt auf das Ertönen unseres Kommandos: „Alba Dancers!“, mehr verstanden wir wegen der Sprache nicht. Das Betreten der Bühne war großartig und ließ das Energielevel in die Höhe schnellen! Der Saal war gefüllt, die Stimmung bereits gut – dennoch merkte ich, dass sich diese noch während unseres Intros aufheizte. Wir hatten alle einfach sofort nur Spaß und das schien anzustecken! Ab dann lief eigentlich alles ganz schnell. Plötzlich waren die drei Teams vor uns schon mit ihren ersten Tänzen durch und wir waren an der Reihe, denn Anni zog für uns zu Beginn die Startnummer vier. Ich wollte – sowie alle anderen auch – einfach nur wieder auf diese umwerfende Bühne mit dieser Gänsehaut-Atmosphäre. Ich wollte raus, tanzen, Spaß haben, den Moment genießen, wofür man so hart gearbeitet hat als gesamtes Team, wie jeder auch für sich alleine. Wieder steckten wir uns gegenseitig mit unserer guten Laune an und das Publikum trieb einen durch all den Jubel zu Höchstleistungen – keine schmerzenden Knie waren mehr zu spüren, kein Zerren im Spagat – einfach nur pure Freude. Das Besondere an diesem Auftritt lag zusätzlich darin, dass all die Leute diesmal wirklich nur für uns da waren und uns ihre gesamte Aufmerksamkeit schenkten. Die Nähe zum Publikum ließ uns viel deutlicher deren Emotionen wahrnehmen und machte diesen Moment einzigartig. Unser Coach kam nach dem ersten Auftritt schnell zu uns gestürmt und schmetterte uns viele liebe und für den zweiten Auftritt Kraft gebende Komplimente entgegen. Es ist und bleibt immer ein großes Lob, wenn auch unsere Trainerin mit der Leistung zufrieden ist! Dadurch noch selbstbewusster und voller Energie ging es auch gleich in die zweite Choreographie. Ich meinte schon währenddessen Leute hier und da „Alba!“ rufen zu hören. Konnte das wirklich sein? Wir waren ja schließlich in Moskau, wo uns doch niemand kannte. Der zweite Auftritt verlief gleichermaßen fantastisch…doch plötzlich war alles getanzt und man konnte nur noch auf die Entscheidung warten. Alle vier Gruppen versammelten sich erneut auf der Bühne. Was sich da noch abspielen sollte, bleibt mir gewiss in Erinnerung. Wie bei allen großen Veranstaltungen muss der Moderator es natürlich spannend machen und ewig um den heißen Brei herum reden. Nur leider konnten wir den russischen Moderator natürlich nicht verstehen und die paar Sätze Englisch zwischendurch waren teilweise kaum vom Russischen zu unterscheiden, was aber auch an der Aufregung und der schlechten Akustik auf der Bühne gelegen haben mag. Darum machten wir auf der Bühne das, womit wir vertraut waren: wenn Musik ertönt, tanzen wir; das Publikum bloß nicht einfach warten lassen! „Alba, Alba! Waaaaaaas???? Die Leute riefen tatsächlich Alba! Das Publikum meinte uns! Ich wollte erst meinen Ohren nicht trauen und dachte, die Leute würden etwas auf russisch rufen – aber es wurde immer lauter und eindeutiger! Natürlich setzte bald auch der Fanchor für das russische Team ein. Doch dieser Moment ist das größte Glück, was einer Tänzerin in einem Cheerdance-Team geschehen kann! Ein „fremdes“ Publikum so mitzureißen und zu unterhalten, dass sie vor Begeisterung selber für einen anfangen zu jubeln! Das ist die beste und schönste Bestätigung, die man nur kriegen kann! Nichtsdestotrotz ist man als Sportlerin natürlich auch ehrgeizig, denn es war ja ebenfalls ein Wettbewerb und so warteten wir weiterhin auf die Platzierung. Es war gar nicht einfach, gleich die Bekanntgabe zu verstehen – es wurde ja immer noch russisch gesprochen! Doch die Vergabe der Blumensträuße und einige betrübte Gesichter bei dem Drittplatzierten ließen einen vermuten, dass es wohl um die Siegerehrung ging. Schon waren auch nur noch Lokomotiv Kuban und wir im Rennen! Da war sie auf einmal – die große, realistische Chance, als auserwähltes Cheerdance-Team aus ganz Europa zum Final Four nach London zu fahren. Plötzlich steht man so knapp davor, weiter zu kommen und dem ganzen Erlebnis noch die Krone aufzusetzen…und doch blieb es nur bei einem kurzen Gedanken daran, denn schon waren wir Vize-Europameiser! Ich war in diesem Moment gar nicht mehr in der Lage aufzunehmen, wie knapp wir nur an dem unglaublichen ersten Platz in Moskau vorbeigeschrammt sind. Alles vorher Geschehene war bereits schon so wunderbar und erfüllend. Etwas später kam erst der Gedanke zurück, dass es wirklich haarscharf war. Ein bisschen Wehmut verursachte natürlich die Info, dass das Voting in Deutschland und der Livestream nicht funktionierten😦

Abendessen

Darüber hinweg trösteten aber im Nachhinein die erneut vielen positiven Zusprüche der Jury (EFES-Boss: „You are the most professional team. We really liked you!“) und des Publikums, die gar nicht genug Fotos mit uns bekommen konnten! Letztlich mussten wir uns mit einem Lächeln aus dem Ausgang stehlen, da unser Bus schon wartete, aber immer mehr Leute noch ein Foto mit uns ergattern wollten. Im Hotel wurde uns bereits das Abendessen aufgetischt, denn es war schon mindestens 22 Uhr. Noch so voller Eindrücke des Tages setzte ich mich noch kurz mit einigen Mädels zum Quatschen zusammen. Doch schon bald konnte ich mich nur noch geschafft und mit blaugefleckten Knien in das weiche Bett fallen lassen, womit dieser unvergessliche Tag sein Ende nahm.

Samstag, 06.April – Abreise & Heimspiel

Rückflug

8:30 Uhr ging es am Samstag Morgen dann auch schon wieder für alle zum Flughafen. Am Abend sollten wir in Berlin gleich das Heimspiel gegen Würzburg bestreiten, wir hatten ja alles an Kostümen dabei! Das aber mal wieder alles ganz anders kommen sollte, ahnte noch keiner. Nachdem wir wieder all unser Gepäck aufgegeben hatten und erneut hofften, dass alles vollständig ankommt (wir brauchten es ja nun diesmal für unser Heimspiel), schlenderten wir zu unserem Gate und warteten auf das Boarding. Nichts geschah zur geplanten Zeit und dann leuchtete in rot die Information „30 Minuten Verspätung“ auf. Ärgerlich, aber na gut. 30 Minuten später erfolgte die Information, dass es erst in erneuten 30 Minuten Neuigkeiten zum Flug geben sollte. Grrrrrr, allmählich machten wir uns etwas Sorgen, dass wir hier gar nicht mehr wegkommen würden! Aufgrund mangelnder Sitzplätze machten wir es uns auf dem Flughafenboden gemütlich und besprachen das bevorstehende Spiel! Um 13:30 Uhr gab es dann endlich die erwarteten Informationen: Boarding verschob sich nun auf 15:45 Uhr! Jetzt hieß es schnell kalkulieren, zu welcher Zeit wir denn dann in Berlin sein würden, da wir eigentlich um 17:30 in der O2-World unsere Stellprobe hätten. Zum Glück waren wir in Moskau durch die Zeitverschiebung der deutschen Zeit zwei Stunden voraus. Nichtsdestotrotz wurde alles sehr knapp. Die einzige Lösung war, irgendwie einen Shuttle für uns in Berlin zu organisieren, der alle Tänzerinnen samt Gepäck sofort zur O2-World fahren musste. Unsere Trainerin organisierte schließlich nicht irgendein Shuttle, sonder DEN Alba-Bus, der auch unsere Basketball-Spieler von A nach B fährt. Nun war alles geklärt, wir freuten uns auf den Bus, waren etwas müde und warteten auf den Flug. Zwischenzeitlich wurde die Stimmung aufgeheitert durch ein kleines Mädchen einer russischen Familie. Ganz ohne Scheu stellte sie uns ihr Lieblingskuscheltier vor und plauderte munter drauf los – hier schien die Sprachbarriere das erste Mal kein Problem darzustellen. Etwas später kam sie nochmal mit Mamas Handy ausgerüstet und präsentierte uns doch tatsächlich ein Video eines Alba Dancers Auftrittes, während  ihre Eltern uns aus der Ferne zuzwinkerten! Das war eine sehr schöne abschließende Begegnung in Moskau und bleibt eine von vielen schönen Erinnerungen.

Mädchen

Das Heimspiel am Abend tanzten wir dann noch unter Adrenalin-Schub des vergangenen Tages. Woher dafür aber noch all die Kraft stammte, kann wohl keiner erklären. Vielleicht aus dem leckeren Überraschungs-Kuchen in unserer Kabine von unserem lieben Security-Team oder aus dem erneuten Jubel aus dem Publikum, nachdem unser Erfolg in Moskau verkündet wurde oder dem guten Basketball-Spiel, das einen Sieg erahnen ließ.

An dieser Stelle muss ich noch den englischen Kommentator des Contest-Livestreams erwähnen, dessen Mitschnitt (unter http://www.albaberlin.de/team/news/basketballteam/2013-04-06/alba-dancers-belegen-zweiten-platz-in-moskau.html) ich mir vor einigen Tagen anschaute! Er trieb mir erneut Freudentränen in die Augen mit seinem Kommentar während der Letzten Minuten vor der Entscheidung:

Alba team goes into the dancing mode! See, that’s what true cheerleaders are!

Was will man mehr als Cheerdance-Mitglied bei den Alba Dancers…

…vielleicht nächstes Jahr gemeinsam mit unserer Basketballmannschaft im Final Four der Euroleague starten🙂

Eure Colle