Alba Dancer goes to Istanbul

Hallo,
ich bin „die Rothaarige da“ von den Alba Dancers und möchte euch in diesem Blog eine kleinen Eindruck von meiner dreitägigen Reise nach Istanbul vermitteln.
Alles fing damit an, dass wir am letzten Freitag eine e-mail vom Euroleague Manager für Business Development  bekamen, in welcher er die jeweiligen Teamcaptains der 15 EFES DanceSquare Contest Danceteams einluden nach Istanbul zu fliegen um dort Fotos uns Videos für eine EFES/Euroleague Kampagne zu schiessen/drehen.
Letztendlich wurden 10 auserwählt und so beginnt meine kleine Reise am Dienstag, den 19.2. 🙂
Tag 1:
Nach einer schlaflosen Nacht begab ich mich um 5.30 zum Flughafen Tegel. Großartigerweise parkte ich 1,5 km entfernt und durfte mich mit meinem 30 Kilo Rollkoffer bei -5 °C durch das Schneetreiben kämpfen. Da Rollen im Schnee ihre Funktion verlieren, kam ich mit gefühlten -10 km die Stunde total fertig und „zerstört“ am Flughafen an. Da die anderen Mitreisenden mit Bratpfannen, Bügeleisen und LIDL Tüten bewaffnet in der Schlange standen, durfte ich zum „Business Schalter“ da ich nur einen Koffer hatte.
Endlich im Flugzeug angekommen mussten wir 2 Stunden warten, da die Maschine erst enteist werden musste.Juhu.
Nach drei Stunden und einem Turkish Airlines Börek kam ich am Flughafen in Istanbul an und fand nach einigem hin und her sowohl meinen Koffer als auch meinen Shuttlefahrer… und 3 FC Schalke Busse vollgepackt mit deutschen Fußballfans.
Zum Hotel wurde ich mit mit den Tänzerinnen aus Litauen und Russland begracht wobei letztere kein einziges Wort Englisch sprach.
Dort angekommen wurden wir vom Agenturchef empfangen der leider auch kein Wort englisch sprach und immer nur lächelte, egal was wir sagten.
Auf unseren Zimmern trafen wir drei uns und haben uns erstmal ausgiebig unterhalten und jeweils die Kostüme der anderen angezogen… Und wieder mal kann ich sagen: Gott sei dank, dass ich bei Alba tanze! Sonst müsste ich Ganzkörperanzüge und 70er GlitzerSchlaghosen tragen.
Um 19 Uhr gab es das erste gemeinsame Abendessen was ausgesprochen lecker war.
Nun saß ich da zwischen 9 weiteren Tänzerinnen von: CSKA Moskau, BilbaoBasket,Cedevita Zagreb, Lietuvos Rytas, Lokomotiv Kuban, Maccabi Tel Aviv, Olympiacos Piraeus, Unics Kazan und Zalgiris Kaunas…. und natürlich Gökhan, der immernoch lächelte. 🙂
Allesamt waren unheimlich sympathisch und wir konnten uns sofort total entspannt unterhalten.
Gleich fiel mir auf, dass ich sowohl die Größte war als auch die einzige die alle drei Gänge aufgegessen hatte.
Danach ging es zum Choreotraining. Wir lernten sie in einem kleinen Nebenraum des Restaurants der gefüllt mit 10 Mädchen, 1 Choreographen und 5 Männern in Anzügen unheimlich heiss war.
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Der lustige Moment war die Ankunft des „Roter Stern Belgrad“ Basketball Teams, denn plötzlich stand Marko Simonovic in der Tür. Wie klein doch die Welt ist, dass man einen Ex-Alba Spieler, der jetzt wieder für Serbien spielt in einem kleinen Hotel in Istanbul trifft.
Leider war für ein Foto keine Zeit, da wir mit Tanzen beschäftigt waren.
Nach dem Lernen stellte mich der Choreograph an die Spitze der Aufstellung was mich sehr freute, da ich schon Angst hatte, ich geh total unter neben den ganzen Ex-Turnerinnen aus dem Osten… tatsächlich war keine rhytmische Sportgymnastik gefragt sondern pures Cheertanzen, und damit hatten ein paar der anderen so ihre Probleme.
Nach einigen organisatorischen Sachen für den nächsten Tag, konnte ich „tadaaa“ schon um 2 schlafen gehen.
Tag 2 :
Der eigentliche Shootingtag begann schon um 6.00, eine Stunde früher als erwartet mussten wir zur Basketballhalle von Istanbul fahren.
Danach begann um 9.00 eine lange Phase des Kleidungsfittings, Schminkens, Haare machens, Zuhörens der Ansprachen von Regisseur, Agenturchefs, Efes Verantwortlichen und Euroleague Mitarbeitern bis wir dann anfingen zu drehen.
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Ohne Witz, wir drehten 4 Stunden nur eine Szene wo wir in den Katakomben einen Gang in Kleidern und Wintermänteln langliefen.  Mit verschiedenen Licht- , Nebel- und Geschwindigkeitseinstellungen.
Generell herrschten wärend des kompletten Drehtages nur 6 Grad in der Halle . Aber dazu später noch etwas….
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Wir drehten eine weitere Szene im „locker room“ in welcher wir so tun sollten, als ob wir uns umziehen/ausziehen um das Efes Kostüm anzuziehen.
Während ich nach Schuhen, Mantel und Reißverschluss stoppte zogen sich die drei russischen Mädchen ohne Absprache sofort bis auf die Unterwäsche aus, was die Anderen etwas verdutze, aber dadurch, dass es dann close up Aufnahmen von Ihnen gab hatten wir eine leckere Kekspause … 😀
Nach der letzten Szene die „Laufen in die Halle“ war, betrug die Uhrzeit schon 0.00..
Alle Mitarbeiter waren generell sehr bemüht, damit es uns gutging und waren sehr verwundert darüber, dass ich die einzige war, die sich nicht nach jedem Take an den Heizstrahler mit Jacke stellte.
Ich sagte immer wieder, dass man dann ja viel mehr friert wenn man sich ständig auf 25 °C Umgebungstemperatur aufheizt und dann wieder in den kalten Raum stellt.
Naja, ob das so clever war kann ich nicht beurteilen, weil ich jetzt krank bin 😀
Danach folgten Fotos in unseren Heimtrikots. Und langsam begannen die bis dahin perfekt organisierten Mädchen etwas einzubrechen.
Die erste weinte weil ihr der Rücken wehtat, da ich die einzige mit einer Reiseapotheke war, gab ich ihr eine Tablette.Danach ging es wieder.
Die zweite fing an zu weinen,weil sie sich zu dick in dem bauchfreuen Trikot fühlte und
die dritte weinte, weil es schon so spät war….joa…
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Generell waren alle müde und fingen an sich etwas zu beschweren und zu fragen wie lange es noch dauern würde…und das ihnen kalt ist und so sank die Konzentration gegen Null.
Das war auch echt hart, da es mittlerweile 2.00 nachts war, aber wenn man anfängt sich mental hängen zu lassen dauert alles noch länger und man kann sein Energielevel auch fürs Tanzen nicht mehr hochpushen, was man auch im ergebnis merkte.
Also musste ich, als einzige mit mysteriösen Restreserven, anfangen alle zu motivieren, sie pünktlich und auf die richtigen Positionen zu stellen um noch einmal ihr Bestes zu geben. Nach dem letzten Tanztake bedanken sich Choreopraph, Euroleague Mitarbeiter und Regisseur bei mir, dass das ohne meine Hilfe nicht mehr geklappt hätte. Tatsächlich wusste ich selbst nicht wie ich 4.00 morgens die Kraft aufbringen konnte beim 60. Tanzdurchgang immernoch zu lächeln aber ich wollte auch nicht, dass sich die Mädchen schlecht präsentieren, weil viele wichtige Leute zuschauten und man diesen Faktor nicht unterschätzen sollte.
Die letzte EInstellung war das Nachstellen aller 24 Buchstaben des Alphabets mit PomPoms.
Da ich in unserer Pause wenigstens schon anfing die Personenanzahl für die jeweiligen Positionen zu planen und anscheinend die einzige war, die noch wach war, verkündete der Regisseur in der Halle : „Ok, everyones attention please, from now on, Annie is the boss. Everyone listens to her“ und ich dachte nur „Super, ich fall gleich um, aber kein Problem, wer braucht schon Schlaf“ :D.
Diese PomPom Buchstabensuppe ist ja auch keine Wissenschaft, aber ich war die einzige die sowas schonmal gemacht hatte und so ging das halt schneller.
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Lustigerweise waren die Mädchen damit super zufrieden, weil sie verständlicherweise echt tot waren.. um 7.00 waren wir dann mit den Buchstaben fertig. Mir ging es mittlerweile wirklich schlecht, aber keiner hats mitbekommen, weil ich mich immernoh echt motiviert gab.
Nach einem kurzen Einzeldreh von 3 Mädchen waren wir um 8.00 final fertig.Endlich…bevor wir in den Shuttle stiegen kamen nocheinmal zwei Verantwortliche von Euroleague und Efes zu mir und haben mich gefragt wie ich das gemacht hab und das ich wortwörtlich ihr „hero“ war… haha, tja, hab ich mich auch gefragt.
Einer meinte, er wusste sofort, dass ich Deutsche bin 😀 als ich fragte warum, erwiderte er nur“ cause you were always on time, serious, hard working and nice til the end“
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Tatsächlich ist mir mal wieder aufgefallen,dass es wenige so gut organisierte Clubs wie Alba Berlin gibt. Natürlich klappt nicht immer Alles, aber im europäischen Vergleich hört man das immer wieder, dass es auffällig ist wie gut hier alles funktioniert und das das nicht selbstverständlich für Andere ist, selbst wenn wir manchmal denken, „holla… grad nochmal gut gegangen“ 😀
Tag 3:
Um 9.00 konnte ich dann für 3! Stunden schafen bevor es zum Flughafen ging. Ich tauschte noch e-mail adressen aus und vergab ein paar Fähnchen und Sticker.
Ein paar Mädchen seh ich ja dann beim Cheerleader Final Four in Moskau wieder, worüber ich mich sehr freue.
Um 16.00 ging dann mein Flug und lustigerweise waren die ersten 5 Flughafen Mitarbeiter die ich in Berlin sah auch türkischer Herkunft und ich dachte kurz, wir sind nur im Kreis geflogen, aber der Schnee und der kalte Wind sagten mir sofort: „Du bist zu Hause“.
Unerwarteterweise wurde ich von meiner Trainerin, ihren Kindern und Doro, meiner Mittänzerin mit Süßigkeiten und Energydrinks begrüßt, was mich erstmal seltenerweise zum Weinen gebracht hat. Zum einen weil ich in den letzten 90 Stunden nur 7 Stunden geschlafen hatte, zum anderen weil ich noch nie vom Flughafen abgeholt wurde und mich das echt gefreut hat.
Wir haben dann abends noch Eis gegesssen und geredet, und dann bin ich endich schlafen gegangen 🙂
So anstrengend und kurz dieser Trip auch war, so eindrucksvoll und spannend war er auch.
Ich habe nette Menschen kennen und auch einiges über mich selbst gelernt.
 Ich werde die nächsten Tage noch ein kleines Video hochladen, damit ihr euch das Geschreibsel hier noch etwas besser vorstellen könnt.
SO, das wars erstmal von mir,
ich hoffe ich konnte euch so einen kleinen Eindruck von einem kleinen Cheerleaderabenteuer vermitteln 🙂
bis zum nächsten Mal,
eure Annie— ❤ boomboompow
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9 Gedanken zu „Alba Dancer goes to Istanbul

  1. Toll geschrieben und immer schön zu sehen, wenn ein so sympathischer Mensch hinter so einer attraktiven Fassade steckt. Und die Einstellung ganz nach meinem Motto: „Work hard and be nice to people.“
    Ein Alba- und „Neu“-Annie-Fan 😉

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