Drei Highlights für Hanna oder wie ich ALBAs Pokalsieg erlebte

HannaAls mir ein Kollege Anfang letzter Woche mit einem Schmunzeln auf den Lippen mein persönliches Wochenhoroskop vorlas und mir ein paar schwierige Tage prophezeite, die am Wochenende dennoch in einem „emotionalen Hoch“ münden sollten, erntete er von mir nur einen dummen Spruch. Ich glaube nicht an Ereignisastrologie und fand diese Voraussagungen bescheuert.

Als ich nach der Arbeit hektisch in mein Auto stieg, um gerade noch rechtzeitig vor dem herannahenden Ordnungsamtmitarbeiter aus dem Parkverbot zu fliehen, sprang mein Auto leider nicht an. Ich hatte am Morgen vergessen, die Scheinwerfer auszuschalten und damit die Autobatterie getötet. Dass sich ähnliche Vorfälle (u. a. „zerplatzte“ zwei Tage später überraschend meine Heckscheibe) noch durch die ganze Woche ziehen sollten, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Bis Donnerstag hatte ich aber erreicht, dass sich Freunde vorerst lieber nicht mehr mit mir treffen wollten, aus Angst (O-Ton) „sich durch meine Anwesenheit in Gefahr zu bringen“ (kein Scherz).

Warum ich das erzähle? Ich stellte allmählich die Theorie auf, dass es sich bei dieser proaktiven Ansammlung schlechter Karma-Punkte kaum um puren Zufall handeln konnte, sondern mein Glück bereits alle Kräfte für den Pokalsieg am Wochenende bündelte. Spätestens Freitag – ich lag nach einem Glätte-Sturz gerade wie ein toter Käfer mit zerrissener Jeans vor meiner Haustür – hatte ich keinen Zweifel mehr, dass ALBA das Ding am Wochenende reißen würde.

Mit diesem Wissen konnte mir kein Pech der Welt die Laune verderben und so strahlte ich wie ein Honigkuchenpferd aufgeregt über beide Ohren als ich Sonntagmittag endlich die heiligen Hallen der o2-World betrat.

Da ich leider nicht selbst auf dem Feld stehen konnte, war der Plan, die Mädchen hinter den Kulissen zu unterstützen und ein paar Aufnahmen für ein „Behind the Scenes“-Video zu machen. Dass das leichter gesagt als getan war, stellte sich bereits innerhalb der ersten zehn Minuten heraus. So lange dauerte es nämlich höchstens, bis ich – dank schlechter Interviewfragen und auf der verzweifelten Suche nach „Highlights“ – zum unbeliebtesten Gast der kompletten Cheerleaderkabine aufgestiegen war. Für das Ulmer Danceteam, mit dem wir uns die Kabine teilten, muss es ein skurriler Anblick gewesen sein, zu sehen, wie zwölf ALBA Dancers auf der Flucht vor der Kamera mehr oder weniger subtile Taktiken verfolgten. Tänzerinnenabhängig wurde dabei entweder die „Ich verhalte mich möglichst unauffällig und gebe keinen guten Filmstoff ab“-  oder die „Ich wirke super beschäftigt und suggeriere damit, dass ich auf gar keinen Fall Zeit für ein Interview hab“-Strategie gewählt, um den Fängen der Kamera zu entkommen.

Glücklicherweise lockerte sich die Stimmung mit Näherrücken des Anpfiffs, was nur leider auch dazu führte, dass wir nun jede Menge nicht-jugendfreie Szenen auf Band haben, die sich für ein offizielles „Behind the Scenes“-Video wahrscheinlich nur schwer verwenden lassen. 😉

Kurz vor dem Spiel erwartete mich mein erstes persönliches Highlight des Abends: Als Annie  – wir beide tanzen schon eine ganze Weile zusammen bei ALBA und teilen eine gewisse Basketball-Affinität – zusammen mit einem Ulmer Tänzer den Pokal auf das Spielfeld trug, war ich die stolzeste Freundin der Welt. Vor lauter Aufregung konnte ich mir eine erste Freudenträne nicht verkneifen (die Musik war aber auch sehr emotionalisierend!).

Dass das Spiel, was folgte, der Hammer war, brauch ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen. Dass unsere Mädchen trotz Aufregung und Stresstest einen super Job gemacht haben, auch nicht. Dass die Emotionen aller spätestens nach Heiko Schaffartziks Dreier am Ende des dritten Spielviertels ihren Höhepunkt erreichten, ist ebenfalls selbsterklärend, und spiegelt sich vor allem in den immer schlechter werdenden Filmaufnahmen wider, auf die ich mich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr konzentrieren konnte (Sorry, Annie!). Als DaShaun Wood sich dann schon während der letzten Spielminute applaudierend zum Publikum drehte (Highlight Nr. 2), setzte es bei mir kurz aus. Ich fand mich einige Schrecksekunden später mit dicken Freudenkrokodilstränen in Annies Armen wieder und konnte das alles gar nicht fassen.

Die Siegerehrung erlebte ich leider nur zur Hälfte: Die Pizzen, die wir uns zum Spielende in die Kabine bestellt hatten, wurden punktgenau zur Pokalübergabe geliefert und mussten vor der Halle abgeholt werden (vgl. Karma, Abschnitt 2). Nach ausgiebigen Freudentänzen auf dem Spielfeld trafen wir uns schließlich alle in der Kabine wieder, um mit Sekt und (mittlerweile kalter) Pizza die letzten zwei Tage Revue passieren zu lassen. Dass wir dieses Wochenende nicht so schnell vergessen würden, darüber waren wir uns alle einig.

Mit dem Sekt leerte sich auch die Kabine und ehe wir uns versahen, waren wir nur noch zu fünft. Während Marie damit beschäftigt war, für ihren Freund die Pizzareste zusammenzusammeln (wofür sie sich natürlich die nächsten zehn Minuten diverse Sprüche fing), beschloss Tini, lieber auch nachhause zu fahren, um nicht krank zu werden. Valle, Annie und ich überlegten derweil, ob wir uns mit unseren Outfits noch unter Leute trauen konnten. Obwohl wir aussahen wie Tick, Trick und Track, beschlossen wir Drei spontan doch noch bei der Pokalfeier vorbeizuschauen. Dieser Tag war irgendwie zu besonders, um einfach nachhause zu gehen.

Justus Strauven bescherte uns kurz darauf ein letztes persönliches Highlight (Highlight Nr. 3), als er uns auf dem Weg zur Pokalfeier abfing, um uns die Trophäe in die Hand zu drücken und ein Foto zu machen.

Spätestens jetzt war mir klar, dass sich die Karma-Aufopferungen der letzten Woche definitiv gelohnt hatten, und dass mein Kollege mit seinem blöden Wochenhoroskop mehr Recht behielt, als ich es jemals für möglich gehalten hätte.
An Ereignisastrologie glaube ich aber immer noch nicht.

In diesem Sinne – passt auf Euch auf!
xoxo, Eure Hanna

P.s. An die Pokalfeier erinnere ich mich leider nicht mehr. 😉

https://vimeo.com/63854201

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2 Gedanken zu „Drei Highlights für Hanna oder wie ich ALBAs Pokalsieg erlebte

  1. Ich wollte nur sagen, dass dies der mit Abstand beste Blogpost einer Cheerleaderin ist, den diese Welt je sehen wird. Absolut. Außerdem möchte ich, im Namen aller Stalker, an dieser Stelle noch einmal klarstellen, dass sich Männer tatsächlich auch die Texte im Playboy durchlesen.

    P.s.: Hanna is eh die beste!

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