Die ALBA Dancers beim EFES Dance Square Off Finale 2013

am Flughafen TegelHallo allerseits,

vor 40 Jahren schickte Mr. Bond „Liebesgrüße aus Moskau“, nun schicken die Alba Dancers 2013 Tanz- und Dankesgrüße aus Russlands Hauptstadt. Die erste Version dieses Blog-Eintrages kam in Romanlänge daher und würde sich sicher auch als Drehbuch eignen. Den Roman dazu werde ich wohl lieber ein anderes Mal verfassen und euch heute nur ein paar Auszüge präsentieren, wie ich den EFES Dance Contest in Moskau mit den Alba Dancers erlebt habe.

Ich bin übrigens Nicole, auch Colle genannt, und durfte mit elf weiteren Damen aus dem Team der Alba Dancers drei unvergessliche Tage erleben.

Während das große Finale der Basketball-Euroleague im Mai in London stattfinden wird, gab es für die europäischen Danceteams das Final Four bereits Anfang April in Moskau. Der Gewinner dieses Wettbewerbes sollte als das offizielle Danceteam während des Euroleague-Finales in London auftreten, wenn die beste Basketballmannschaft Europas gekürt wird. Wir, die Alba Dancers, konnten uns für einen der heißbegehrten vier Plätze bei diesem europaweiten Contest qualifizieren. Ebenfalls startete das kroatische Team Cedevita Zagreb, das russische Team Lokomotiv Kuban und die automatisch qualifizierten Gewinner des vergangenen Jahres Zalgiris Kaunas aus Litauen. Das vorzuzeigende Programm bestand aus zwei Choreographien à 2 Minuten und allerlei Vorgaben an akrobatischen Elementen, Formationen, Stilrichtungen usw. Zuvor musste von uns aber auch noch das großartige Pokalspiel in Berlin unterstützt werden, welches Alba Berlin mit einem Sieg bekrönte und uns zahlreiche stolze Freudentränen bescherte (s. Tinis/Hannas-Blog). Viel Zeit zum Jubeln blieb allerdings nicht, denn der Auftritt in Moskau näherte sich mit rasanter Geschwindigkeit. Mit Hilfe von Zusatztrainingszeiten, die auch mal an die sechs Stunden gehen konnten, hatten wir doch letztlich alles fertig einstudiert. Das Programm stand, die Tänze saßen, die letzten Kostümteile erreichten uns einen Tag vor Abflug und bei der Generalprobe am selbigen Tag schien natürlich nichts mehr funktionieren zu wollen…In Gedanken an die ungepackte Reisetasche verloren, ging es am Mittwoch, dem 03. April, nach dem letzten Training nur noch schnell nach Hause. Ich arbeitete unsere „Pack-Liste“ ab und kontrollierte mindestens fünfmal, ob auch wirklich alles an Kostümen, Poms, Equipment, Styling-Zeug usw. in der Tasche steckte – was mich nicht daran hinderte, doch eine Trainingsjacke zu vergessen 🙂 Zu bereits später Stunde ließ ich mich erschöpft aber bereits in voller Vorfreude auf die kommenden Tage ins Bett fallen.

Donnerstag, 04. April – Goodbye Berlin, Hello Moskau

Am nächsten Morgen war es soweit: auf zum EFES Dance Contest in Moskau!!!!!! Gegen 11 Uhr baute sich am Flughafen Tegel allmählich ein Haufen aus pinken Jacken und großen schwarzen Taschen auf – alle zwölf Tänzerinnen und unser Coach waren versammelt und bereit für den Abflug. Die Wartezeit am Flughafen verkürzten wir uns mit dem frisch gedruckten Zeitungsartikel über unseren morgigen Auftritt, der unsere Vorfreude nur noch mehr anheizte. Das Gepäck war abgegeben, ebenfalls unser Sperrgepäck, das aus Klappstühlen und Fahnen bestand und Teil unserer Choreographien war. Jetzt hieß es nur noch hoffen, dass alles auch in Moskau wieder heil ankommt, ganz zu schweigen von uns…

Landung in Moskau

Nach ungefähr drei Stunden Flug tauschten wir Deutschlands wunderschöne Hauptstadt gegen Russlands (die Berlin leider keine Konkurrenz machen kann). Der Flug verlief reibungslos, nur während Essen und Trinken ausgegeben wurde, musste es natürlich ordentlich Turbulenzen geben. Das Erfrischungsgetränk wurde so zum Gesichtswasser, konnte wohl aber unseren müden Gesichtern nicht schaden. Spätestens bei der Landung waren alle wieder hellwach, anscheinend auch der Pilot, der doch noch die Bremse fand.

Hotelzimmer

Kaum zu glauben, wir waren in Moskau, hatten all unser Gepäck und würden schon morgen an einem riesigen Event teilnehmen. Am Flughafen wurden wir von unserer sehr lieben und hilfsbereiten Betreuerin Cathrine empfangen, die schon mit einem „Alba Dancers“-Schild auf uns wartete und uns zum Bus führte. Nach einer 30-minütigen Busfahrt durch das schneebedeckte Moskau und der Erkenntnis, dass sich Autowaschen hier wohl nicht lohne (so waren alle Autos in einem einheitlichen Matsch-Grau-Braun-Ton gefärbt), erreichten wir unser Hotel. Dieses mischte sich in Form eines Hochhauses unter all die anderen in die Höhe sprießenden Gebäude, hielt für uns Tänzerinnen aber komfortable Doppelzimmer bereit. Auf dem Hotelflur trafen wir einige Minuten nach Ankunft die Tänzerinnen des kroatischen Teams, die auch gerade ihre Zimmer bezogen. In all den fiesen Cheerleading-Filmen hätte man sich natürlich bereits jetzt in Stücke zerfetzt, aber in Realität grüßt man sich lieb und freut sich darauf zu sehen, was die anderen Teams vorbereitet haben. Mit letzter Kraft ging es am Abend noch gemeinsam zu einem gemütlichen Restaurant, um den Bauch zu füllen und bei lustigen Gesprächen zu entspannen. Gegen 01:00 Uhr Ortszeit konnte ich dann endlich ins Bett fallen, nachdem meine Mitbewohnerin Vany und ich noch unsere Taschen für den großen morgigen Tag gepackt hatten und das nun eingetroffene russischen Team im Hotelgang bei einer Runde Karten und dem landestypischen Getränk antrafen. Fix und fertig im Bett liegend, hörten Vany und ich zum Einschlafen die beiden Auftritts-Songs, wobei Arme und Füße synchron zum Takt zuckten 🙂 Die Choreo war noch im Kopf! Doch leider nun auch wieder etwas Aufregung.

Freitag, 05. April – Sightseeing am Vormittag

Moskau Metro

Eine Stunde vor dem Weckerklingeln, es war genau 05:07 morgens (03:07 deutsche Zeit), war ich plötzlich wach! An Einschlafen war nicht mehr zu denken. So startete ich den Tag, wie ich ihn gestern beendete – ich ging im Kopf erneut die Tänze durch…sitzt! Um 7 Uhr hieß es frühstücken. Die Stimmung bei uns war sehr locker und entspannt und die riesige Buffet-Auswahl hielt für jede Tänzerin etwas bereit.

Der Fokus für den heutigen Tag lag natürlich komplett auf dem Wettkampf am Abend. Bis zur ersten Probezeit vor Ort hatte wir allerdings gute 3 Stunden, die wir für „Speed-Sightseeing“ nutzen wollten. Wenn wir schon in Moskau waren, dann mussten wir auch mindestens eine Sehenswürdigkeit als besucht abhaken können. Mit der Metro sollte es schnell zum Roten Platz gehen, um einmal vor der wunderschönen Basilius-Kathedrale zu posieren. Als Bewohner einer Großstadt wie Berlin sollte dies kein allzu großes Unterfangen werden – doch Moskau hielt einige Überraschungen bereit. Der Ticket-Kauf für die U-Bahn gestaltete sich aufgrund unserer brockenhaften Russisch-Kenntnisse und der Verweigerung des Englischen in ganz Russlands, zu einem Theaterstück in 3 Akten, samt Basilius-Kathedralewilder Mimik, dramatischer Gestik und einem exotischen Sprachmix. Die Zeit lief uns davon und die wartenden Einheimischen in der Schlange hinter uns ebenfalls – jedoch ganz ohne Pöbelei, die man vielleicht andern Orts empfangen hätte (vielleicht sparten sie sich das auch einfach, weil sie wusste, dass wir eh nix verstehen). Irgendwie schafften wir es dann doch Fahrkarten zu ergattern und ließen uns mit dem Menschenstrom auf den überfüllten Bahnhof treiben. Da rauschte auch schon unser Zug an. Alle Tänzerinnen huschten in die Bahn und die Türen schnippten ohne Vorwarnung zu wie eine Guillotine! Alle Tänzerinnen? Nein, unsere Rita schaute uns plötzlich nur noch von draußen durch die etwas trübe Glasscheibe verdutzt an und verschwand zwischen den Menschenmassen, während die Bahn zur nächsten Haltestelle raste…Dank Handy konnten wir die Situation klären und Rita wieder an der nächsten Station einsammeln.

Am Roten Platz angekommen wurde fotografiert, was Handys und Kameras hergaben, schnell noch ein Teamfoto gestellt und dann wieder zurück zum Hotel. Unser Speed-Sightseeing war sehr lustig und brachte uns alle vor dem großen Auftritt nochmal auf andere Gedanken.

Freitag, 05.April –  Let us entertain you

Bühne (2)

Pünktlich um 11 Uhr ging es mit dem Shuttlebus vom Hotel Richtung Wettkampf. Auf der Fahrt lachten wir noch einmal über unsere Erlebnisse am Vormittag, nichtsdestotrotz machte sich allmählich bei einigen die Aufregung breit. Als der Bus schließlich vor dem Eingang des Austragungsortes hielt, einem großen und bekannten Moskauer Club, sprang mein Herz erneut etwas höher. Der Eingang wurde mit großen Werbebannern für den Contest verziert und von Plakaten lächelte mir mein eigenes Ich entgegen. Das war soooooo eine große Ehre für mich und ich war mächtig stolz, dass dadurch die Alba Dancers quasi gleich schon am Eingang alle Besucher begrüßen würden – gut so 🙂 Euphorisch quietschend stürmten wir aus dem Bus, machten schnell noch ein Foto und hinein in die heiligen Hallen. Der erste Eindruck war bereits überwältigend und sorgte für Gänsehaut: ein riesiger, entsprechend für den Contest dekorierter Saal mit einer gewaltigen Discokugel an der Decke, einer Beleuchtung vom Feinsten und eine niederschmetternde Soundanlage ließ uns alle mit halboffenem Mund und rasendem Herz dem Mann (oder war es eine Frau? – ich kann mich nicht mehr erinnern, da mich alle anderen Eindrücke so ablenkten) in unsere Umkleidekabine folgen. Die Location wirkte sehr edel und ließ die Vorfreude wachsen. Während einem alles bisher überdimensional riesig erschien, schauten wir nun in ein überdimensional winziges Umkleideräumchen und wir sehnten uns einen kurzen Moment nach unserer Heimkabine in Berlin…aber mit all unserer Stapelkunst konnten wir uns natürlich auch damit arrangieren. Kurz nach Ankunft ging es auch schon sofort auf die Bühne zur Stellprobe, für die wir eine Stunde Zeit bekamen. Die Durchgänge waren ganz ok – aber noch nicht wirklich komplett das, was wir leisten konnten. Ich merkte, dass ich hier und da noch nicht ganz zufrieden mit mir war und nahm dies umso mehr zum Ansporn, alles zu geben.

Bühne

Nach unserer Stellprobe hieß es viel Geduld mitbringen. Der große Wettbewerb fing erst 20 Uhr Ortszeit an und wir waren mit unserem Probedurchgang um 13 Uhr fertig. Jeder begann sich wie gewohnt zurecht zu machen: Haare aufdrehen, schminken etc. Es fühlte sich fast wie vor einem Heimspiel in Berlin an – man freut sich sehr darauf, ist aber relativ gelassen. Ich war froh, die Aufregung noch nicht zu spüren und alles genießen zu können! Das ist eben auch einer der großen Vorteile, wenn man mit so einer tollen Mädels-Truppe tanzt – man hat stets die anderen um sich herum, die ähnlich fühlen, man gibt sich gegenseitig Halt, hilft und lenkt einander ab und teilt die große Freude auf das Bevorstehende. Währenddessen kümmerte sich unsere Trainerin Valesca um sämtliche organisatorische Sachen und ließ alles für uns so arrangieren, dass es uns an nichts fehlte, wie eine Mehrfachsteckdose für all die Heizwickler 🙂 Nur dem permanenten Zigarettenrauch der anscheinend zu Schornsteinen mutierten anderen Danceteams konnte man nicht entkommen!

vor dem Auftritt (2)

Die Zeit schien nicht vergehen zu wollen und doch war es irgendwann endlich 16 Uhr, womit die Generalprobe mit allen vier Teams – Alba Dancers, Cedevita Zagreb, Lokomotiv Kuban, Zalgiris Kaunas – begann. Dem Klischee entsprechend war natürlich das deutsche Team pünktlich als erstes vor der Bühne, doch auch die restlichen drei folgten bald. Auf russisch und englisch wurden wir kurz begrüßt und der weitere Ablauf erklärt. Zuerst wurde die Teamvorstellung geprobt, zu der wir kurzer Hand nach dem Durchlauf einen Plan B entwickeln mussten. Das Problem lag darin, dass wir etwas zu unserem Einspiel-Video performen sollten, aber uns diese Info so vorher nicht erreicht hatte. Darum verwandelten wir unser „Nett-auf-der-Bühne-stehen“-Programm aus der Probe in eine kleine spontan zusammengestellte Tanz-Performance beim Live-Auftritt. Hat alles wunderbar funktioniert und wir haben uns einfach nichts anmerken lassen 🙂 Während der Generalprobe konnten wir die Tänze der anderen Teams erstmals verfolgen. Das hinterließ natürlich ganz schön Eindruck bei uns, es waren ja schließlich die vier auserwählten Danceteams aus ganz Europa…Anschließend bewies unser Coach mal wieder ihr Motivationstalent und machte uns allen nochmal Mut.

18 Uhr Ortszeit – die letzten zwei Stunden vor dem Auftritt!

vor dem Auftritt (3)

Jede Tänzerin traf nun die letzten Vorbereitungen und machte sich für den Auftritt warm. Ich ging ein letztes Mal für mich die Tanzschritte durch, um die steigende Anspannung etwas zu lockern. Allerdings ließ mich mein Magen spüren, dass sie doch noch vorhanden war. Man kann kaum beschreiben, wie die letzten Minuten vor so einem großen, wichtigen Event verlaufen, meist nimmt man sie selber gar nicht mehr richtig wahr. Vollste Konzentration war gefragt und alle Kostüme und Accessoires mussten an Ort und Stelle sein. Unsere beiden Tänze benötigten viele Extra-Ausstattungen wie Stühle, Fahnen, Handschuhe, Anzüge usw. neben den verschiedenen Kostümen. Jeder musste dementsprechend genau wissen, wann wer was braucht und was wo auf der Bühne platziert werden musste. Ich hatte in diesem Punkt nie Bedenken, dass etwas schief gehen würde: wir tanzen nicht nur als Team, sondern sind auch wirklich darüber hinaus ein solches und können einander vertrauen!

Fotoshooting mit Publikum

Schon ging es los! Die Intro-Musik ertönte und der Moderator hielt seine Ansprache auf russisch. Da wir bei der Teampräsentation alphabetisch starteten, waren die Alba Dancers zuerst an der Reihe. Auf dem Gang hinter der Bühne lauschten wir gespannt auf das Ertönen unseres Kommandos: „Alba Dancers!“, mehr verstanden wir wegen der Sprache nicht. Das Betreten der Bühne war großartig und ließ das Energielevel in die Höhe schnellen! Der Saal war gefüllt, die Stimmung bereits gut – dennoch merkte ich, dass sich diese noch während unseres Intros aufheizte. Wir hatten alle einfach sofort nur Spaß und das schien anzustecken! Ab dann lief eigentlich alles ganz schnell. Plötzlich waren die drei Teams vor uns schon mit ihren ersten Tänzen durch und wir waren an der Reihe, denn Anni zog für uns zu Beginn die Startnummer vier. Ich wollte – sowie alle anderen auch – einfach nur wieder auf diese umwerfende Bühne mit dieser Gänsehaut-Atmosphäre. Ich wollte raus, tanzen, Spaß haben, den Moment genießen, wofür man so hart gearbeitet hat als gesamtes Team, wie jeder auch für sich alleine. Wieder steckten wir uns gegenseitig mit unserer guten Laune an und das Publikum trieb einen durch all den Jubel zu Höchstleistungen – keine schmerzenden Knie waren mehr zu spüren, kein Zerren im Spagat – einfach nur pure Freude. Das Besondere an diesem Auftritt lag zusätzlich darin, dass all die Leute diesmal wirklich nur für uns da waren und uns ihre gesamte Aufmerksamkeit schenkten. Die Nähe zum Publikum ließ uns viel deutlicher deren Emotionen wahrnehmen und machte diesen Moment einzigartig. Unser Coach kam nach dem ersten Auftritt schnell zu uns gestürmt und schmetterte uns viele liebe und für den zweiten Auftritt Kraft gebende Komplimente entgegen. Es ist und bleibt immer ein großes Lob, wenn auch unsere Trainerin mit der Leistung zufrieden ist! Dadurch noch selbstbewusster und voller Energie ging es auch gleich in die zweite Choreographie. Ich meinte schon währenddessen Leute hier und da „Alba!“ rufen zu hören. Konnte das wirklich sein? Wir waren ja schließlich in Moskau, wo uns doch niemand kannte. Der zweite Auftritt verlief gleichermaßen fantastisch…doch plötzlich war alles getanzt und man konnte nur noch auf die Entscheidung warten. Alle vier Gruppen versammelten sich erneut auf der Bühne. Was sich da noch abspielen sollte, bleibt mir gewiss in Erinnerung. Wie bei allen großen Veranstaltungen muss der Moderator es natürlich spannend machen und ewig um den heißen Brei herum reden. Nur leider konnten wir den russischen Moderator natürlich nicht verstehen und die paar Sätze Englisch zwischendurch waren teilweise kaum vom Russischen zu unterscheiden, was aber auch an der Aufregung und der schlechten Akustik auf der Bühne gelegen haben mag. Darum machten wir auf der Bühne das, womit wir vertraut waren: wenn Musik ertönt, tanzen wir; das Publikum bloß nicht einfach warten lassen! „Alba, Alba! Waaaaaaas???? Die Leute riefen tatsächlich Alba! Das Publikum meinte uns! Ich wollte erst meinen Ohren nicht trauen und dachte, die Leute würden etwas auf russisch rufen – aber es wurde immer lauter und eindeutiger! Natürlich setzte bald auch der Fanchor für das russische Team ein. Doch dieser Moment ist das größte Glück, was einer Tänzerin in einem Cheerdance-Team geschehen kann! Ein „fremdes“ Publikum so mitzureißen und zu unterhalten, dass sie vor Begeisterung selber für einen anfangen zu jubeln! Das ist die beste und schönste Bestätigung, die man nur kriegen kann! Nichtsdestotrotz ist man als Sportlerin natürlich auch ehrgeizig, denn es war ja ebenfalls ein Wettbewerb und so warteten wir weiterhin auf die Platzierung. Es war gar nicht einfach, gleich die Bekanntgabe zu verstehen – es wurde ja immer noch russisch gesprochen! Doch die Vergabe der Blumensträuße und einige betrübte Gesichter bei dem Drittplatzierten ließen einen vermuten, dass es wohl um die Siegerehrung ging. Schon waren auch nur noch Lokomotiv Kuban und wir im Rennen! Da war sie auf einmal – die große, realistische Chance, als auserwähltes Cheerdance-Team aus ganz Europa zum Final Four nach London zu fahren. Plötzlich steht man so knapp davor, weiter zu kommen und dem ganzen Erlebnis noch die Krone aufzusetzen…und doch blieb es nur bei einem kurzen Gedanken daran, denn schon waren wir Vize-Europameiser! Ich war in diesem Moment gar nicht mehr in der Lage aufzunehmen, wie knapp wir nur an dem unglaublichen ersten Platz in Moskau vorbeigeschrammt sind. Alles vorher Geschehene war bereits schon so wunderbar und erfüllend. Etwas später kam erst der Gedanke zurück, dass es wirklich haarscharf war. Ein bisschen Wehmut verursachte natürlich die Info, dass das Voting in Deutschland und der Livestream nicht funktionierten 😦

Abendessen

Darüber hinweg trösteten aber im Nachhinein die erneut vielen positiven Zusprüche der Jury (EFES-Boss: „You are the most professional team. We really liked you!“) und des Publikums, die gar nicht genug Fotos mit uns bekommen konnten! Letztlich mussten wir uns mit einem Lächeln aus dem Ausgang stehlen, da unser Bus schon wartete, aber immer mehr Leute noch ein Foto mit uns ergattern wollten. Im Hotel wurde uns bereits das Abendessen aufgetischt, denn es war schon mindestens 22 Uhr. Noch so voller Eindrücke des Tages setzte ich mich noch kurz mit einigen Mädels zum Quatschen zusammen. Doch schon bald konnte ich mich nur noch geschafft und mit blaugefleckten Knien in das weiche Bett fallen lassen, womit dieser unvergessliche Tag sein Ende nahm.

Samstag, 06.April – Abreise & Heimspiel

Rückflug

8:30 Uhr ging es am Samstag Morgen dann auch schon wieder für alle zum Flughafen. Am Abend sollten wir in Berlin gleich das Heimspiel gegen Würzburg bestreiten, wir hatten ja alles an Kostümen dabei! Das aber mal wieder alles ganz anders kommen sollte, ahnte noch keiner. Nachdem wir wieder all unser Gepäck aufgegeben hatten und erneut hofften, dass alles vollständig ankommt (wir brauchten es ja nun diesmal für unser Heimspiel), schlenderten wir zu unserem Gate und warteten auf das Boarding. Nichts geschah zur geplanten Zeit und dann leuchtete in rot die Information „30 Minuten Verspätung“ auf. Ärgerlich, aber na gut. 30 Minuten später erfolgte die Information, dass es erst in erneuten 30 Minuten Neuigkeiten zum Flug geben sollte. Grrrrrr, allmählich machten wir uns etwas Sorgen, dass wir hier gar nicht mehr wegkommen würden! Aufgrund mangelnder Sitzplätze machten wir es uns auf dem Flughafenboden gemütlich und besprachen das bevorstehende Spiel! Um 13:30 Uhr gab es dann endlich die erwarteten Informationen: Boarding verschob sich nun auf 15:45 Uhr! Jetzt hieß es schnell kalkulieren, zu welcher Zeit wir denn dann in Berlin sein würden, da wir eigentlich um 17:30 in der O2-World unsere Stellprobe hätten. Zum Glück waren wir in Moskau durch die Zeitverschiebung der deutschen Zeit zwei Stunden voraus. Nichtsdestotrotz wurde alles sehr knapp. Die einzige Lösung war, irgendwie einen Shuttle für uns in Berlin zu organisieren, der alle Tänzerinnen samt Gepäck sofort zur O2-World fahren musste. Unsere Trainerin organisierte schließlich nicht irgendein Shuttle, sonder DEN Alba-Bus, der auch unsere Basketball-Spieler von A nach B fährt. Nun war alles geklärt, wir freuten uns auf den Bus, waren etwas müde und warteten auf den Flug. Zwischenzeitlich wurde die Stimmung aufgeheitert durch ein kleines Mädchen einer russischen Familie. Ganz ohne Scheu stellte sie uns ihr Lieblingskuscheltier vor und plauderte munter drauf los – hier schien die Sprachbarriere das erste Mal kein Problem darzustellen. Etwas später kam sie nochmal mit Mamas Handy ausgerüstet und präsentierte uns doch tatsächlich ein Video eines Alba Dancers Auftrittes, während  ihre Eltern uns aus der Ferne zuzwinkerten! Das war eine sehr schöne abschließende Begegnung in Moskau und bleibt eine von vielen schönen Erinnerungen.

Mädchen

Das Heimspiel am Abend tanzten wir dann noch unter Adrenalin-Schub des vergangenen Tages. Woher dafür aber noch all die Kraft stammte, kann wohl keiner erklären. Vielleicht aus dem leckeren Überraschungs-Kuchen in unserer Kabine von unserem lieben Security-Team oder aus dem erneuten Jubel aus dem Publikum, nachdem unser Erfolg in Moskau verkündet wurde oder dem guten Basketball-Spiel, das einen Sieg erahnen ließ.

An dieser Stelle muss ich noch den englischen Kommentator des Contest-Livestreams erwähnen, dessen Mitschnitt (unter http://www.albaberlin.de/team/news/basketballteam/2013-04-06/alba-dancers-belegen-zweiten-platz-in-moskau.html) ich mir vor einigen Tagen anschaute! Er trieb mir erneut Freudentränen in die Augen mit seinem Kommentar während der Letzten Minuten vor der Entscheidung:

Alba team goes into the dancing mode! See, that’s what true cheerleaders are!

Was will man mehr als Cheerdance-Mitglied bei den Alba Dancers…

…vielleicht nächstes Jahr gemeinsam mit unserer Basketballmannschaft im Final Four der Euroleague starten 🙂

Eure Colle

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