Von Autotasten, Abschiedstränen und amtierenden Meistern …

Road Trip nach Kiel (geschrieben von Sandra)

marcusAm Freitag waren wir für einen externen Auftritt beim Handballverein THW Kiel gebucht. Die Veranstaltung lief unter dem Motto „Farväl Marcus“. Verabschiedet wurde der langjährige Kapitän des Teams, Marcus Ahlm. Zwei Spiele waren geplant, ein Testspiel THW Kiel vs. Dänischen Meister Aalborg Handbold und das Abschiedsspiel THW Kiel vs. All-Star-Team-Marcus.

9.45Uhr trafen wir uns vor dem Alba Trainingszentrum um dort in den gemieteten Wagen zu steigen. Leider mussten wir feststellen, dass das Auto nicht nur überaus schmutzig war, dazu kam, die Steckdose funktionierte nicht. Also, neun Frauen in einem Auto ohne Strom und somit ohne Navi. Aber zum Glück leben wir im 21. Jahrhundert und das Smartphone ist erfunden. Also starrten immer vier auf ihre Telefone und gaben öfter durcheinander Anweisungen, was nur ein- oder zweimal in einem „Ah, jetzt haben wir die richtige Abfahrt verpasst“ oder „Ich glaube wir sind eine zu früh runter“ führte.

Ich hielt mich besser raus, denn ich war einer der  „Nicht-Führerscheinbesitzer“ in dieser Gruppe.

Also saß ich gemütlich ganz hinten direkt zwischen Amy und Isi.

Da mir in allem übel wird, was sich mit mir länger als 20min fortbewegt, egal ob es schwimmt, fährt oder fliegt –kurz ich bin reisekrank- hatte ich eine Reisetablette eingenommen. Eigentlich finde ich sollten sie Schlaftabletten heißen, denn sie führen zu leicht komatösen Zuständen. Ab und zu machte ich die Augen auf um im Halbschlaf an hitzigen Diskussionen über Cola Light und Schoko-Bons teilzunehmen oder Tini beim Schminken von Jenny zu beobachten.

tini schminktGegen 12.30Uhr bekam ich im Halbschlaf mit wie Annie eine Anleitung vorlas, und zwar die für das Auto. Anscheinend konnte man das Auto nur bis 120km/h beschleunigen, womit wir vermutlich heute noch nicht in Kiel angekommen wären. Ich dachte nur „ Na toll, in diesem Auto funktioniert wirklich nichts!“. Nicht einmal Markus konnte uns helfen, nein nicht Marcus der Handballspieler, sondern Markus von der Autovermietung, den wir verzweifelt angerufen hatten. Nach vielem rumprobieren und 18 verschiedenen Tastenkombinationen später kam Annie auf die Idee, dass man den „ECO“-Knopf drücken könnte. Natürlich,wie kann man diese winzige schwarze Taste übersehen, weiß doch jeder, dass man erst „ECO“ drücken muss.Opel Insignia Nun konnte es endlich richtig losgehen und mit „nichts funktioniert“ hatte ich nicht ganz recht, denn tatsächlich funktionierte wenigstens das Radio!!! So bretterten wir zu Songs wie „Can’t hold us“ und „Lady Marmelade“ mit 180km/h über die Autobahn Richtung Kiel.

Auf den letzten Kilometern präsentierte Tini und noch eine kleine Diashow über das anstehende Spiel, die Mannschaft und natürlich über den Spieler des Tages – Marcus Ahlm.

14.30Uhr kamen wir an der Sparkassen Arena Kiel an, wurden freundlich empfangen und in eine sehr geräumige Kabine geführt. Leider gab es in dieser Kabine genau eine Steckdose und genau keinen Spiegel. Zwar sind wir alle absolute Naturschönheiten, jedoch so ganz ohne Schminken und Frisieren  geht’s nun doch nicht.

Schnell wurde sich von den Mitarbeitern darum gekümmert, während wir schon mal zustellprobe Durchlaufprobe gingen. In dieser stellten wir unsere Tanzblöcke noch einmal durch und unsere Positionen für die geplanten Timeout-Aktionen wurden uns erklärt. Jenny wurde für die Dance-Cam ausgewählt und ich für die Kiss-Cam und die Schunkel-Cam ausgesucht. Als die Probe vorbei war, hatten sich auch Spiegel, Steckdosen und Essen in unserer Kabine eingefunden. Um das Spiel so schön wie möglich zu gestalten hatten wir für diesen Tag 4 Tanzblöcke vorbereitet und für jeden Block ein extra Kostüm.

Kurz bevor das erste Spiel begann, hatten wir sogar noch Zeit ein Foto mit dem Star des Abends zu machen.Foto Als dieser danach ein Interview vor einer Kamera geben wollte, musste Jenny dummerweise feststellen, dass sich wohl ihr Fransenrock in Marcus Jackett verfangen hatte. Sie zog  und firmelte,  Marcus merkte es nicht oder überspielte es gekonnt und  gab ganz souverän sein Interview. Nachdem Jenny sich entknotet hatte, hieß es raus in die Halle an den Feldrand und auftrittsbereit sein.

Bestimmt kennt jeder diesen Moment, indem man eine Person kennenlernt und denkt, das Gesicht hätte man schon mal irgendwo gesehen. So ging es uns bei dem THW Maskottchen Hein Daddel, den wir in unsere Fahnenchoreografie eingebaut hatten. Bei der Hälfte des Spiels fiel es den meisten von uns wie Schuppen von den Augen. Nur ich brauchte etwas länger, trotz den Erklärungsversuchen der anderen.

Die anderen: Na der aus der Sparkassenwerbung mit der Mutter!

Ich: Hm, ach ja, bei diesem Fußballspiel?

Die anderen: Neeein! Das ist hier gewesen, in dieser Arena.

Ich: Achso, dieser Spieler?!

Die anderen:  Nein, das Maskottchen, das Zebra.

hein daddel

Nachdem mir Valesca den Werbespot auf ihrem Handy gezeigt hatte, wusste auch ich worum es geht.

http://www.youtube.com/watch?v=ZcuN6a6Xlwg

Die Halle war komplett ausverkauft, fast 11.000 Zuschauer.

Ich muss schon sagen, der Aufwand, der für Marcus Ahlm betrieben wurde, hat mich wirklich sehr beeindruckt. Nicht nur die vielen Zuschauer, sondern auch die vielen Gastspieler, welche extra zu Marcus Ahlms Ehren in Kiel angereist waren, um mit ihm ein letztes Spiel zu bestreiten. Stell sich einer mal vor, wir würden diese Saison für jeden unserer gegangenen Spieler so etwas planen. 😉 Aber dazu muss man sagen, er spielte ganze 10 Jahre für diese Mannschaft.

Selten erlebt man so eine großartige Atmosphäre, wie wir es beim THW KIEL getan haben. Kurz bevor wir das erste Mal anmoderiert wurden, waren wir wirklich sehr aufgeregt.

tanz

Es war Marcus´ letztes Spiel, jedoch unser erstes in dieser Saison. Letztendlich lief fast alles gut. Viele der Zuschauer kamen in der Pause und nach dem Spiel auf uns zu und lobten unsere Auftritte. Einer lud mich sogar in die Oper ein. Als ich unserer Trainerin Valesca in der Umkleide davon erzählte, kam Vanessa rein und berichtete –dreimal dürft ihr raten- dass sie soeben in die Oper eingeladen wurde. Möglicherweise ist es in Kiel ja Tradition oder reine Höflichkeit jeden in die Oper einzuladen.

DSCF3650

Nach dem letzten Spiel hieß es natürlich nicht auf in die Oper, sondern auf den schnellsten Weg nach Berlin. Also ging es wieder in das überaus unbeliebte  Auto und zu I would do anything for love fuhren wir gerührt und noch völlig überwältigt von diesem ereignisreichen Tag Richtung Heimat.

Gegen 2uhr erreichten wir den Alexanderplatz und ich war in übereifriger Vorfreude auf mein Bett.

Aber ha! Zu früh gefreut, denn wie könnte es anders sein, als das am Wochenende in der Hauptstadt Pendelverkehr bei der S-Bahn herrscht. Ich könnte schwören so etwas gibt es in kleinen Städten wie Kiel nicht, da ist man ja in 10 Minuten durch. Fluchen und die Bahn verwünschen, es half alles nichts. Kurzum beschloss ich den Road Trip in einem Taxi fortzusetzen. Ich erwischte einen sehr freundlichen Taxifahrer, dem ich vom Handball in Kiel erzählte. Und er wusste sofort worum es geht:

„Ach ja der THW Kiel nicht? Das ist wirklich ein sehr guter Handballverein, definitiv einer der besten!“

Da war ich sehr zufrieden und auch ein klein bisschen stolz, bei so einem tollen Event dabei gewesen zu sein. Gut gelaunt und völlig fertig fiel ich zu Hause in mein Bett und freute mich schon auf unsere ersten Heimspiele bei Alba Berlin 🙂

Eure Sandra

www.facebook.com/albadancers

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